Human Capital Trends 2021
Arbeit neu ordnen
Im aktuellen Human Capital Trends Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte spricht sich die Mehrheit der Entscheider dafür aus, Tätigkeiten und Aufgaben völlig neu zu denken. Die Pandemie dient als Chance für Neustrukturierungen. Auch das Vertrauen in die Fähigkeiten von HR ist gestiegen.
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Weltweit reagieren Unternehmen mit Restrukturierungen und neu ausgerichteten People Management auf die Corona-Pandemie. Das geht aus dem aktuellen Human Capital Trend Report von Deloitte hervor. Nachdem sich viele Firmen im Frühjahr und Sommer vor allem darauf konzentriert haben, die aktuelle Situation durchzustehen, nutzen sie die Herausforderung jetzt als Chance, um mit strukturellen Neuausrichtungen gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass viele Unternehmen diese kontinuierlichen Disruptionen als neuen Normalzustand definieren. Für den Human Capital Trends Report hat Deloitte Ende vergangenen Jahres 6.000 Führungskräfte und Manager in 99 Ländern befragt – 360 von ihnen aus Deutschland. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Aufgaben und Tätigkeiten in ihrem Unternehmen völlig neu denken wollen. Vor der Pandemie hatten dies 29 Prozent der Befragten geplant. Für die Mehrheit der Befragten (45 Prozent) ist der wichtigste Schritt dabei die Einführung einer Unternehmenskultur, die Wachstum, Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit in besonderem Maß fördert. Die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter (41 Prozent) und die Nutzung neuer Technologien (35 Prozent) steht für viele Entscheider ebenfalls an vorderster Stelle. „Hier zahlt sich der flexible Einsatz von Mitarbeiter-Teams in der Hochphase der Pandemie aus“, sagt Maren Hauptmann, Leiterin Human Capital bei Deloitte. „Unternehmen können von dieser Erfahrung profitieren, wenn sie ihre Teams durch den gezielten Einsatz smarter Technologien langfristig stärken und diese dabei als Teil des Teams begreifen.“

Die fünf entscheidenden HR-Trends für das Jahr 2021

Die Studienautoren stellen Anhand des Reports fünf Entwicklungen fest:

  • Unternehmen lösen sich vom eng definierten Prinzip der Work-Life-Balance, bei dem Erholung als Ausgleich nach Ende des Arbeitstages verstanden wurde. Stattdessen arbeiten sie daran, Arbeit und Arbeitsort so zu gestalten, dass größtmögliches Wohlbefinden möglich ist.
  • Weiterbildung wird zunehmend seltener zentral gesteuert. Stattdessen werden Belegschaften ermächtigt, abhängig von ihren Aufgaben eigenen Lernpfaden zu folgen, um damit der dynamischen Veränderung der Tätigkeiten gerecht zu werden.
  • Smarte Technologien werden erfolgreich genutzt, indem sie so in Teams eingebunden werden, dass Menschen und KI komplementär zusammenarbeiten können. Das verlangt insbesondere eine neue Führung dieser Mensch-Maschine-Teams.
  • Organisationen werden zunehmend in Echtzeit vorliegende Indikatoren nutzen, um Fokus und Fähigkeiten ihrer Belegschaft vorausschauend zu steuern.
  • In Folge dieser Entwicklungen sowie angesichts des herausfordernden und vielfach erfolgreichen Umgangs mit Covid-19, verändern sich die Kompetenzen und die Verantwortung der HR-Abteilungen grundlegend. Ihnen bietet sich nun die Möglichkeit, Arbeit so zu reformieren, dass die menschlichen Stärken aller Mitarbeiter optimal genutzt werden können.

Vertrauen in den HR-Bereich gestiegen

Rund 54 Prozent der Executives außerhalb der HR-Bereiche vertrauen ihren Personalabteilungen oder vertrauen ihnen sehr. Vor der Pandemie war dies bei 42 Prozent der Befragten der Fall. Im HR-Bereich hat das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten noch stärker zugenommen, hier bezeichnen sich 74 Prozent der Executives als sicher oder sehr sicher, die Herausforderungen zu meistern (vor der Pandemie: 58 Prozent). mst/Deloitte GmbH

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