Hart im Nehmen

Robuste Schalter und Taster

Hart im Nehmen

Mit Rafix 22 FSR bietet Rafi eine Befehlsgeräte-Baureihe für den Außeneinsatz in Bau- oder Landmaschinen, die sowohl widrigen Witterungen, starker Verschmutzung als auch heftiger mechanischer Beanspruchung standhält. Um diese Eigenschaften sicherzustellen, werden die Produkte im Vorfeld umfangreichen Stresstests unterzogen.
Taster und Schalter zur Bedienung von Bau- und Landmaschinen oder anderen Outdoor-Anwendungen müssen eine Menge aushalten: Der Kontakt mit Staub, Schmutz, Schmiermitteln und Feuchtigkeit darf ihnen nicht schaden oder ihre Funktionalität beeinträchtigen. Ebenso stellen Klimafaktoren wie Kälte, Hitze und Niederschläge hohe Anforderungen. Nicht zuletzt unterliegen die Befehlsgeräte dort erheblich größeren mechanischen Belastungen, wo Menschen schwere Arbeit verrichten und sie eher mit Arbeits- als mit Samthandschuhen anfassen.

Herausforderungen

Diese Herausforderungen für Material und Konstruktion stellen für die Befehlsgeräte der Baureihe Rafix 22 FSR, die Rafi für den Outdoorbereich optimiert hat, kein Problem dar. Die Baureihe basiert auf der Rafix 22 FS-Technologie, wurde aber seitens des Anbieters um robuste Eigenschaften (R) erweitert. Sie umfasst überlistungssichere, blockiergeschützte Not-Halt-Taster, beleuchtbare Drucktaster, Wahlschalter sowie Schlüsselschalter. Die Befehlsgeräte zeichnen sich frontseitig durch die Schutzart IP 65, IP 69K aus, was bedeutet, dass zur ihrer Säuberung Hochdruckdampfreiniger mit 80 bis 100bar verwendet werden können. Auch Frost und extreme Hitze führen zu keinen Beschädigungen, da die Befehlsgeräte für einen Temperaturbereich von -40 bis 85°C ausgelegt sind. Es sind allerdings nicht nur starke Verschmutzungen oder klimatische Einflüsse, die Schalter und Tastern zusetzen können: „Wenn man sich auf Baustellen und vergleichbaren Outdoorbereichen umsieht, stellt man schnell fest, dass der Umgang mit den Bediengeräten häufig nicht gerade sachgemäß ist“, erklärt Axel Zauke, Produkt- und Innovationsmanager für Komponenten bei Rafi. Beispielsweise käme es auch vor, dass Handwerker einen Not-Halt-Taster als Trittstufe nutzen, um an schwer zugängliche Bereiche zu gelangen, Jacken daran aufhängen oder die Geräte nicht mit der Hand, sondern mit Werkzeug bedienen. „Das ist zwar kein angemessener Umgang mit der Technik“, so Zauke, „aber nichtsdestoweniger in vielen Bereichen üblich. Und als Hersteller ist es nicht unsere Aufgabe, das zu kritisieren, sondern uns die Realität anzuschauen und entsprechend stabile Produkte zu entwickeln.“

Robuste Produkte erfordern harte Testmaßnahmen

Bei der Entwicklung outdoor-geeigneter Produkte gilt es zunächst, eine realistische Bestandsaufnahme der zu erwartenden Belastungen durchzuführen. In erster Linie gehören dazu – im Vergleich zu Befehlsgeräten, die in Innenbereichen verwendet werden -Stresstests mit heftigen mechanischen Einwirkungen sowie Simulationen klimatischer Einflüsse: Hitze, Frost und hohe Feuchtigkeit. Das bedeutet für die Konstruktion der Befehlsgeräte, dass sie durch die Wahl widerstandsfähigerer Materialien mechanisch verstärkt und die Dichtungen entsprechend ausgelegt werden müssen. Hinsichtlich der chemischen Beständigkeit der Dichtungen gegen Schmierstoffe gelten für die meisten Anwendungsfälle ähnliche Anforderungen wie bei Geräten, die in Innenbereichen eingesetzt sind. Hier verwendet Rafi unterschiedliche Materialien, die gute Beständigkeit gegen mineralische Öle und Kraftstoffe aufweisen, hohe Kälteflexibilität bieten und resistent gegen Druckverformung sind. „Bei der Qualifikation der Baureihe kommen rund 15 verschiedene Prüfanordnungen zum Einsatz. Zunächst testen wir alle erdenklichen ‚Wetterlagen‘ in der Klimakammer“, erläutert Zauke, „also Hitze, feuchtwarmes Klima und rasche Temperaturwechsel. Im Gegensatz zur Qualifikation von Geräten für Innenbereiche erfordert dies einen deutlich höheren Testaufwand. Bei der Prüfung der mechanischen Belastbarkeit werden die Folgen dauerhafter seitlicher Krafteinwirkung auf einmontierte Geräte getestet und die mechanische Stabilität in senkrechter Richtung mit einem Pendelhammer geprüft. Nicht zuletzt untersuchen wir die Anschlagfestigkeit bei hohen seitlichen Kräften, womit wir im Prinzip den Fall simulieren, dass jemand auf den Not-Halt steigt.“ Bei weiteren Prüfungen werden die Produkte in Frostkammern und mit harter UV-Einstrahlung ‚malträtiert‘, das Material auf chemische Beständigkeit gegen zuvor definierte Kontaktstoffe geprüft und nicht zuletzt die Lebensdauer bei permanenter Betätigung getestet.

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