Bitkom-Umfrage zu Industrie 4.0
Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten
Die Corona-Pandemie führte in 63 Prozent der Industrieunternehmen zu einem Innovationsschub. Das ergab die repräsentative Befragung 'Industrie 4.0 – so digital sind Deutschlands Fabriken‘ des Bitkom. Zudem gaben in der jährlich erhobenen Untersuchung erstmals 100 Prozent der Teilnehmer an, sich mit Industrie 4.0 zu beschäftigen.
Bild: Bitkom e.V.

Die Corona-Pandemie trifft die deutsche Industrie hart, führt zugleich aber zu einem Digitalisierungsschub in den Unternehmen. So geben vier von zehn (42 Prozent) Industrieunternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten an, bislang sehr schlecht durch die Corona-Zeit gekommen zu sein, rund jedes Vierte (23 Prozent) eher schlecht. Gleichzeitig sagen 95 Prozent, dass im Zuge der Corona-Pandemie die Digitalisierung in ihrem Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat.

Sechs von zehn Industrieunternehmen (63 Prozent) geben an, dass ihnen digitale Technologien helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen. Und drei Viertel (77 Prozent) haben festgestellt, dass Unternehmen, deren Geschäftsmodell bereits digitalisiert ist, besser durch die Krise kommen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie zur Digitalisierung der deutschen Industrie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 551 Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten im Februar und März 2021 befragt wurden.

Beschleunigter Wandel

Die Industrie hat bereits auf Corona reagiert. 81 Prozent der Unternehmen passen bestehende und 49 Prozent bieten neue Produkte und Dienstleistungen an, 29 Prozent nehmen bestimmte Angebote vom Markt. In 42 Prozent der Industrieunternehmen hat sich das Geschäftsmodell durch die Corona-Krise verändert.

Tatsächlich könnte die Corona-Pandemie in den kommenden Monaten für einen anhaltenden Digitalisierungsschub in den Fabriken sorgen. 61 Prozent der Unternehmen wollen als Corona-Folge langfristig die Digitalisierung vorantreiben. 62 Prozent sehen einen Innovationsschub für das eigene Unternehmen.

Mehrzahl nutzt Industrie-4.0-Anwendungen

Industrie 4.0 ist inzwischen für alle größeren Industrieunternehmen ein Thema. 62 Prozent setzen spezielle Anwendungen wie vernetzte Produktionsanlagen, Echtzeit-Kommunikation zwischen Maschinen oder intelligente Roboter ein. Das ist ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, vor drei Jahren lag der Anteil gerade einmal bei 49 Prozent.

21 Prozent der Firmen plant aktuell die Industrie-4.0-Nutzung. Weitere 16 Prozent unternehmen noch keine konkreten Schritte, können sich das aber für die Zukunft vorstellen. Erstmals gibt kein größeres Industrieunternehmen mehr an, dass Industrie 4.0 kein Thema ist.

IoT-Plattformen, 3D-Druck und 5G gewinnen an Bedeutung

Aktuell nutzen vier von zehn Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern IoT-Plattformen, mit denen Daten von Geräten, Maschinen und Anlagen an zentraler Stelle zusammengeführt und ausgewertet werden können. 32 Prozent plant die künftige Nutzung, nur für knapp jedes Fünfte sind IoT-Plattformen derzeit kein Thema. „IoT-Plattformen legen das Fundament für digitale Mehrwertdienste. Mit ihnen werden physische Produkte um weitere Funktionen angereichert und ermöglichen so zum Beispiel vorausschauende Wartung“, so Rohleder. 44 Prozent der Industrieunternehmen setzen 3D-Druck ein, fast ebenso viele planen oder diskutieren den Einsatz. Nur 14 Prozent wollen erst einmal auf 3D-Druck verzichten.

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