- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: 6min
VDMA-Blitzumfrage
Geschäftserwartungen für China verbessern sich weiter

Sep 23, 2020 | Markt, Trends, Technik

Bild: ©Kalyakan/Adobe.Stock.com

Die 4. VDMA-Blitzumfrage zu China zeigt: die Geschäftslage für immer mehr Maschinenbauunternehmen verbessert sich zunehmend. Zugleich bleiben Herausforderungen in der Wettbewerbssituation und Einreisebeschränkungen nach China ein Hemmnis. Die Geschäftslage für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer in China hat sich weiter verbessert, wenn auch nicht mehr so stark wie in den vorangegangenen Umfragen vom April und Juni. Nur noch 17% der befragten Unternehmen bewerten aktuell die Auswirkungen der Corona-Pandemie als groß, zuvor waren es noch 22% (Juni-Umfrage) bzw. 46% (April-Umfrage).

Die Ergebnisse der vierten VDMA-Umfrage unter Mitgliedsfirmen in China zeigen, dass für 61% der Befragten das Geschäftsniveau aktuell bereits wieder den Stand vor der Corona-Pandemie erreicht hat. 39% der Befragten gehen davon aus, dass sie ihre für 2020 gesteckten Wachstumsziele erreichen werden, verglichen mit 30% bei der vorangegangenen Umfrage. Zuversichtlich stimmen vor allem die starke Inlandsnachfrage, die Wiederaufnahme anfangs verschobener Projekte und die Erholung im Automobilsektor. Intralogistik, Eisenbahn und Windkraft verzeichnen aktuell einen Boom, auch Infrastruktur und Landwirtschaft profitieren.

Geschäftsaussichten für 2021 positiv

Knapp zwei Drittel (62%) der Unternehmen gehen für die zweite Jahreshälfte 2020 von einem Wachstum der Umsätze aus, 29% erwarten eine gleichbleibende Konjunkturlage und lediglich 9% prognostizieren einen Rückgang. Die Erwartungen für 2021 sind im Vergleich dazu etwas verhaltener, aber dennoch positiv: 35% der Befragten gehen davon aus, dass 2021 besser wird als 2020 und 2019. Das Kaufverhalten scheint diesen Optimismus zu stützen: deutlich mehr Kundenunternehmen planen zurzeit neue Investitionen als in den Vormonaten, ihr Anteil stieg von 13% in der Juni-Umfrage auf 29% in der aktuellen Umfrage.

Lokaler Wettbewerb nimmt zu

Mittlerweile ist absehbar, dass sich die Corona-Pandemie trotz der guten Aussichten im China-Geschäft negativ auf die Wettbewerbssituation für den deutschen Maschinenbau vor Ort auswirkt. 25% der Befragten geben an, dass sich ihre Position in diesem Jahr verschlechtert hat. Grund ist in erster Linie das aggressive Preisverhalten chinesischer Anbieter, um an Aufträge zu kommen. Auch locken lokale Wettbewerber mit attraktiven, wenn nicht sogar „unanständigen“ Zahlungsbedingungen. „Einigen Unternehmen kommt es so vor, als würden die chinesischen Wettbewerber über eine unbegrenzte Liquidität verfügen und folglich einen längeren Atem haben. Das kann mittelfristig zu einem großen Problem für ausländisch investierte Unternehmen werden“, erläutert Claudia Barkowsky, Geschäftsführerin des VDMA in China. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass sich als Folge der Corona-Pandemie für 57% der befragten Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Stammhaus spürbar verlangsamt hat, was die Tochtergesellschaften in China behindert. Auf einem Markt, der von Schnelligkeit und Flexibilität lebt, sind diese Eigenschaften in Krisenzeiten noch mehr gefragt als unter normalen Bedingungen.

14% der Befragten sehen sich dagegen gestärkt aus der Krise kommen. Dazu gehört zum einen der Bereich der Automatisierung, der nun kundenseitig mehr Aufmerksamkeit erfährt. Auch Unternehmen mit einem hohen Lokalisierungsgrad in Vertrieb und Service sowie Unternehmen, die weitestgehend unabhängig von der Zentrale agieren können, profitieren von der aktuellen Lage. Allerdings sind diese Unternehmen nicht grundsätzlich schneller als ihre chinesischen Wettbewerber, sondern sie haben Vorteile gegenüber anderen ausländisch investierten Unternehmen, die enger vom Stammhaus geführt werden. Allgemein wird der zunehmende Wettbewerb auf dem chinesischen Markt derzeit als größte Herausforderung wahrgenommen, 33% bewerten diesen als ernst, 45% als spürbar. Aber auch von der Entkoppelung Chinas von den USA sind die Maschinen- und Anlagenbauer betroffen, 19% bewerten dies als ernst für ihr Geschäft, 32% als spürbar.

Anhaltende Reisebeschränkungen großes Hemmnis

Ein weiterhin großes Hemmnis im laufenden Geschäft sind nach wie vor die sehr strikten Einreisebeschränkungen für Ausländer, vor allem aufgrund der Quarantänepflicht nach der Ankunft in China. Fast jeder Zweite (48%) beklagt das als ernstes Problem, 38% als spürbar. „Die Mitgliedsunternehmen versuchen schon fast verzweifelt, ihre Mitarbeiter nach China zu bringen“, erläutert Barkowsky. „China hat sehr bürokratische und komplizierte Anforderungen für die Einreise erlassen. Dazu kommt die Quarantänepflicht von 14 Tagen am Ankunftsort in China, bevor die Weiterreise zum Kunden angetreten werden kann. Dies schädigt auch den chinesischen Kunden. Wir brauchen hier schnell eine pragmatische Lösung“, fordert die VDMA-Expertin.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

http://www.vdma.org

News

Topstories

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: FP InovoLabs GmbH
Bild: FP InovoLabs GmbH
So geht Retrofit!

So geht Retrofit!

In modern vernetzten Maschinen finden sich greifbare Vorteile. Zudem liefert eine zentrale Überwachung von Anlagen enormes Verbesserungspotential. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis wäre jedoch fragwürdig, wenn dafür zuvor teuer angeschaffte Maschinen ausgetauscht werden müssten. Retrofit lautet hier die bessere Lösung.

Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG
Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG
Autark und modular

Autark und modular

Standalone-Steuerungen erfüllen eigenständig ihre Aufgaben und bieten dadurch in vielen Anwendungen Vorteile gegenüber zentralen Lösungen: Sie reduzieren den anlagenweiten Datenverkehr, sind unempfindlich gegenüber Störungen im Netzwerk, erleichtern die Fehlersuche und lassen sich sehr gut mit manuellen Prozessen kombinieren. Gerade hier werden neue flexible Plug&Play-Steuerungskonzepte benötigt, die sich ohne großen Aufwand auf die jeweilige Applikation einstellen lassen. Die SPS u-control web von Weidmüller vereinfacht als offene, webbasierte Steuerung den Programmierprozess, integriert Echtzeitautomatisierung sowie IoT-Kommunikation und bietet sich somit als Schnittstelle zwischen den Welten von IT und OT an.

Bild: FGW Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoff
Bild: FGW Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoff
Wo gehobelt wird, fallen Späne

Wo gehobelt wird, fallen Späne

Während Spanbildung, -fluss und Späneflug beim Hobeln und Fräsen relativ gut erforscht sind, stellen beim Kreissägen die Eingriffsverhältnisse des Sägeblatts hohe Hürden bei der Beobachtung und Untersuchung dar. Die Späne entstehen optisch unerreichbar in der Schnittfuge, fließen ebenfalls unsichtbar durch den Spanraum und werden erst beim Austritt des Sägeblatts zu einem relativ späten Zeitpunkt sichtbar. Aber auch das nur teilweise, weil sich bei vielen Anwendungen ein Teil der Späne zwischen Sägestammblatt und Schnittgut den Weg ins Freie sucht. In einem IGF-Vorhaben hat die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V (FGW) die Erfassung der realen Spanentstehung zusammen mit Holzbearbeitungsmaschinen- und -werkzeugherstellern eingehend untersucht.

Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Ein wahres Kraft-Paket

Ein wahres Kraft-Paket

Möbelteile transportsicher, homogen, nachhaltig, und automatisiert in Losgröße 1 verpacken. Das war das große Ziel bei der Entwicklung einer neuen Verpackungsanlage von G. Kraft Maschinenbau GmbH, sagt Jürgen Sandmeier. Er ist Konstruktionsleiter bei Kraft Maschinenbau und einer der vielen Ideengeber einer ungewöhnlichen Verpackungsanlage. Die HOB hat die Anlage unter die Lupe genommen.

Bild: Hans Turck GmbH & Co. KG
Bild: Hans Turck GmbH & Co. KG
Highway to Cloud

Highway to Cloud

Die dezentrale Automatisierung greift in vielen Fällen die Vorteile der zunehmenden Digitalisierung in der Produktion sehr gut auf. Mit einer Codesys-Steuerung im robusten IP67-Blockmodul bringt Turck eine intelligente I/O-Lösung direkt an die Maschine. Ein neues Firmware-Update erlaubt jetzt sogar die direkte Cloudanbindung ohne separates Edge Gateway

Bild: Codesys GmbH
Bild: Codesys GmbH
Im Praxiseinsatz: 
Codesys Automation Server

Im Praxiseinsatz: Codesys Automation Server

Landwirtschaft ist systemrelevant – sie macht uns alle satt. Optimierte Maschinen sorgen dafür, dass von der Aussaat bis zum Supermarkt die Qualität stimmt und arbeitsintensive Aufgaben nicht mehr körperlich aufreibend oder gefährlich sind. Wie dabei Hightech und Industrie 4.0 helfen können, erläutert das Praxisbeispiel der Firma Fliegl.

Bild: Homag Plattenaufteiltechnik GmbH
Bild: Homag Plattenaufteiltechnik GmbH
„Das Tool macht Robotersägen fürs Handwerk noch besser und wirtschaftlicher“

„Das Tool macht Robotersägen fürs Handwerk noch besser und wirtschaftlicher“

Mit den Homag-Robotersägen Sawteq B-300/B-400 flexTec begann vor zwei Jahren im Handwerk ein neues Zeitalter: das des mannlosen Zuschnitts. Die Sägen erledigen ihn über längere Strecken autonom, lassen sich aber auch von Hand bedienen. Das bleibt auch weiterhin so. Neu ist ein digitales Produkt, der intelliOptimizer Stacking. Er verlängert die Phasen der autonomen Fertigung deutlich. Die HOB-Redaktion sprach mit Arne Mömesheim, Product Manager Software bei der Homag Plattenaufteiltechnik GmbH, über die Neuentwicklung.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -