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Covid-19 und die Industrie: Entwicklungen, Aktivitäten, Maßnahmen

Zuführlösung für Produktionsgeräte von Covid-19-Testeinheiten

Bild: Afag Automation AG

Für seinen Kunden Lanco Integrated hat Afag Zuführstationen für Produktionsgeräte von Covid-19-Testeinheiten realisiert. Das vierbahnige Zuführsystem musste nicht nur strenge Qualitätsanforderungen bestehen, der Anwender benötigte es auch innerhalb von drei Wochen. Afag kombinierte hierfür seine Antriebstechnik mit Fördertöpfen aus Polyamid, die Schüttgutteile leise, präzise und prozesssicher zuführen können. Alle Fördertöpfe werden in CAD konstruiert und direkt zum präzisen Fünfachsfräsen in NC-Dateien übertragen. Das macht die Komponenten nicht nur jederzeit reproduzierbar, sondern für Wiederholsysteme auch kostengünstig.

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Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

Die deutsche Wirtschaft schaut auf eines der schwierigsten Jahre in der neueren Geschichte zurück. Das spiegelt sich auch in der traditionellen IW-Verbandsumfrage wider. Darin berichten 34 der 43 befragten Verbände von einer schlechteren Wirtschaftslage als noch vor einem Jahr. Wer von einer besseren oder unveränderten Lage berichtet, befand sich oftmals schon im Vorjahr in einer schwierigen Wirtschaftslage. Dazu zählen beispielsweise die Automobil- und die Chemieindustrie.

Zuversicht für 2021

Mit Blick auf das neue Jahr zeigen sich die meisten Verbände zuversichtlich und gehen davon aus, dass sich ihre Lage verbessert – wobei das Vorkrisenniveau für viele Branchen noch nicht in Sichtweite ist. 26 Verbände gehen für das kommende Jahr von einer höheren Produktion aus. 13 Verbände prognostizieren eine geringere Produktion, darunter der Bereich Schiffbau und Meerestechnik, Textil- und Modeverbände sowie die Ernährungsindustrie. Banken und Bauwirtschaftsunternehmen haben ebenfalls gedämpfte Erwartungen für 2021, wobei sich hier die Pandemie bislang relativ wenig niedergeschlagen hat.

Stellenabbau geplant

Wenig zuversichtlich ist der Blick auf den Arbeitsmarkt: Nur fünf der 43 befragten Verbände gehen davon aus, dass ihre Mitgliedsunternehmen im kommenden Jahr mehr Mitarbeiter beschäftigen werden. Dazu zählen die Bauwirtschaft und Handwerksbetriebe, die schon vor der Krise unter Fachkräftemangel gelitten haben. 23 Verbände erwarten laut Befragung einen Beschäftigungsabbau, darunter vor allem die Industrie. Besonders pessimistisch zeigen sich die Verbände, in deren Unternehmen neben der Coronapandemie auch strukturelle Anpassungslasten bestehen, wie etwa im Finanzsektor. Auch die Automobilindustrie plant mit weniger Mitarbeitern: Neben der schwachen Weltwirtschaft werden die Unternehmen durch strengere Abgas-Grenzwerte und Elektroquoten unter Druck gesetzt.

Kurzarbeit sinkt im Dezember geringfügig

Bild: ifo Institut

Die Kurzarbeit in Deutschland ist im Dezember geringfügig gesunken. Nach Ifo-Schätzungen waren zum Jahresende 1,95 Millionen Menschen davon betroffen, im Vormonat waren es 1,98 Millionen. „Hinter der Fassade der Stabilität verbergen sich jedoch größere Verschiebungen: In der Industrie ist die Kurzarbeit über alle Branchen gesunken. Gestiegen ist sie jedoch im Einzelhandel und im Gastgewerbe, die besonders vom aktuellen Lockdown betroffen sind“, sagt Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Im Einzelhandel nahm die Kurzarbeit sprunghaft zu auf 150.000 Menschen, nach 97.000 im November. Das sind 6,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, nach 3,9 Prozent. Im Gastgewerbe sind sogar 414.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, nach 374.000 im November. Das entspricht 39 Prozent nach 35,3 Prozent. Im Großhandel nahm die Zahl der  Kurzarbeiter ab: von 101.000 auf 84.000 Beschäftigte; das sind 6 Prozent nach 7,2 Prozent der Mitarbeiter. Bei den Autohändlern und Werkstätten sank sie von 26.000 auf 22.000 Mitarbeiter, das sind 3,2 nach 3,6 Prozent.

In den Branchen, die vom Lockdown ab Mitte Dezember besonders betroffen sind, könnte die Schätzung allerdings unterzeichnet sein. Denn z.B. im Einzel- und Autohandel hatten bereits vor Ankündigung der Maßnahmen 85 Prozent aller Umfrageteilnehmer ihren Umfang an Kurzarbeit gemeldet.

In der Industrie sank die Zahl der Kurzarbeiter auf 583.000, von 680.000 im November. Das sind 8,4 Prozent der Beschäftigten, nach 9,8 Prozent. Besonders viele Beschäftigte im Maschinenbau sind noch in Kurzarbeit, aber auch hier ging die Zahl zurück von 185.000 auf 161.000 Beschäftigte. Das sind 15,1 Prozent nach 17,3 Prozent.

Die Ergebnisse beruhen auf Meldungen von rund 7.000 Unternehmen, die im Dezember bei der monatlichen Ifo- Konjunkturumfrage nach dem aktuellen Einsatz von Kurzarbeit befragt wurden.

Kompakter Flächengreifer zur Handhabung von Schutzmasken

Bild: Coval VakuumTechnik GmbH

Der Flächengreifer CVGM von Coval wurde für die Handhabung von leichten und porösen Teilen, wie z.B. Schutzmasken, Stoff- und Lederausschnitte, konzipiert. Mit einem Gewicht von 300g und einer Größe von 130x60mm sowie dem kompakten und leichtem Design lässt sich der Flächengreifer einfach in ein automatisiertes System integrieren und eignet sich auch für kollaborative Roboter. Der modular aufgebaute Flächengreifer ist mit einer Edelstahl-Greifschnittstelle ausgestattet, die den Lebensmittelstandards entspricht und für eine häufige Reinigung leicht entfernt werden kann.

Insight Mobile mit Social-Distancing-Funktionalität

Bild: ProGlove

ProGlove, Hersteller ergonomischer Wearables für die Industrie, forciert sein Softwareengagement. Dazu stellt der Spezialist für Handschuhscanner neben seiner Barcode Scanner App Insight Mobile für Android jetzt auch ein SDK für iOS bereit. Ein Schwerpunkt der überarbeiteten Android App besteht in der erweiterten Proximity-Funktionalität zur Umsetzung von Social-Distancing-Richtlinien im industriellen Kontext. ProGlove deckt nun die beiden wichtigsten mobilen Plattformen ab. Die Ausrichtung auf Android und iOS ist dabei gerade vor dem anstehenden Ende von Windows CE im industriellen Umfeld besonders wichtig. Während Android hier bereits sehr stark etabliert ist, kommt iOS immer mehr in Fahrt.

Überwachung von Social-Distancing-Vorgaben

Insight Mobile für Android bietet zahlreiche Merkmale, die sich im industriellen Umfeld als besonders hilfreich erweisen. Z.B. eine Fotofunktionalität. Diese lässt sich als Backup verwenden, wenn man einen Barcode nicht mit dem Scanner verarbeiten kann. Man kann sie aber auch zu Dokumentationszwecken benutzen. Etwa dann, wenn ein Artikel beschädigt wurde. Daneben bietet Insight Mobile mit Proximity ein nützliches Werkzeug zur Umsetzung von Social-Distancing-Vorgaben. Proximity gibt eine Warnmeldung aus, wenn Mitarbeiter zu lange zu nahe beieinanderstehen. Zu den neuen Merkmalen von Proximity gehört unter anderem die Möglichkeit, die einzuhaltende Distanz sowie die Dauer der Warnmeldung im Falle einer Unterschreitung konfigurieren zu können.

Durchgängige Connectivity

Mit dem neuen Insight Mobile für iOS können Benutzer mittels Scan2Pair mühelos eine Verbindung zu iOS Geräten herstellen. Diese können dann als Zugangspunkt zum Unternehmensnetzwerk fungieren. Mit dem SDK können Mitarbeiter mit nur einem Mark Scanner noch einfacher zwischen Arbeitsplätzen wechseln. Der einzelne Scanner kann mehrere Arbeitsabläufe abbilden, ohne umprogrammiert werden zu müssen: Denn die Konfiguration zur Interpretation der Barcodeinhalte bleibt auf dem Endgerät und mit dem Arbeitsprozess bestehen. Weitere Funktionalitäten sollen in Kürze hinzukommen. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, Firmwareupdates der Scanner durchführen zu können.

Anwender können sowohl Insight Mobile App für Android als auch das Insight Mobile SDK für iOS kostenlos über ProGlove Insight unter: insight.proglove.com beziehen. Mit Insight zielt ProGlove darauf ab, die Digitalisierung des Shop Floors von unten nach oben voranzutreiben. Diese Advanced Analytics Plattform will Anwenderunternehmen eine Möglichkeit an die Hand geben, ihre Prozesse vollkommen neu zu gestalten. Dazu sammelt Insight Scanning- und Gerätedaten der Smart Wearables. Daneben besteht die Möglichkeit, Kontextinformationen mit diesen Daten zu verbinden. Dies ermöglicht es, analytische Sachverhalte relevanter Prozesse in neuen Zusammenhängen abzubilden. Dazu wird ProGlove APIs bereitstellen, damit Kunden die Daten ganz nach ihren Präferenzen konsumieren können. Über das ProGlove Webportal oder auch in ihrem Business Intelligence Programm zusammen mit anderen Unternehmensdaten.

„Wir denken Barcode Scannen von unten nach oben vollkommen neu“, sagt Andreas König, CEO bei ProGlove. „Dazu bauen wir unser bestehendes Ökosystem mit Nachdruck aus. Bausteine in diesem Zusammenhang sind neben Vertriebs-, Integrations- und Technologiepartnerschaften ganz besonders auch unsere eigenen Softwarelösungen. Wir wollen unseren Kunden so die Möglichkeit bieten, noch mehr Vorteile aus ihren ProGlove Produkten zu ziehen. Dabei war es uns jetzt besonders wichtig, ihnen mit der erweiterten Proximity-Funktionalität noch bessere Möglichkeiten zu geben, der zweiten Corona-Welle effektiv zu begegnen und ihre Mitarbeiter wirksam zu schützen.“

Compliance-Monitoring-Lösung für Lieferung von Covid-19-Impfstoffen

Bild: ©dusanpetkovic1/stock.adobe.com

Die neue Lösung soll es Behörden sowie Pharma- und Logistikunternehmen ermöglichen, die Lieferkette bei der großflächigen Verteilung von Covid-19-Impfstoffen und anderer Vakzine effektiv zu verwalten. Dadurch lässt sich sicherstellen, dass lokale Vorschriften eingehalten, angemessene Herstellungs- und Vertriebspraktiken umgesetzt sowie weitere komplexe Anforderungen erfüllt werden, etwa hinsichtlich der Temperaturvorgaben.

In den kommenden Wochen sind Millionen von Covid-19-Impfdosen gleichzeitig in über 100 Ländern zu verteilen. Logistisch bestehen zwei wesentliche Herausforderungen: Für Covid-19-Impfstoffe gelten strikte Temperaturvorgaben, die über den gesamten Logistikprozess hinweg überwacht werden müssen. Dieser beinhaltet mehrere Transport- und Lagerungsphasen an Tausenden von verschiedenen Punkten in jedem Land. Außerdem gilt es, vorgeschriebene Umgebungsparameter einzuhalten – je nach Impfstoff bis zu minus 70 Grad.

Die gemeinsame Lösung sichert den Logistikprozess Ende-zu-Ende und über eine einzige Plattform ab. Die Grundpfeiler bilden die kabellosen Datenlogger von Eupry, die Erfahrung von Atos hinsichtlich Automatisierung und Monitoring sowie die Fähigkeit von Atos, große Projekte auf globaler Ebene umzusetzen. Die Logger von Eupry überwachen Temperaturen von minus 200 Grad bis 800 Grad sowie Differenzdruck, Luftfeuchtigkeit und Kohlendioxid über die gesamte Logistikkette hinweg (Kühl- und Gefrierschrank, Transport und Lagerung).

Die gemeinsame Lösung bietet einen vollautomatischen Service, der Ressourcen freisetzt und das Risiko von Fehlern sowie Compliance-Verstößen minimiert:

Monitoring, Alarmierung und Aufrechterhaltung der Transport- und Versand-Compliance, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Kunden

IT-validiert

FDA PART11-konform

Datenlogger werden mit ISO17025-kalibrierten (akkreditierten) Zertifikaten ausgeliefert

Integrierte, durchgängige Rückverfolgbarkeit mit Standortverfolgung

Skalierbarkeit von einer bis zu tausenden Einheiten

Robuste und bewährte Sicherheitslösungen, die auf dem Knowhow von Atos basieren

Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

Einschätzung der Umsatzentwicklung der Gesamtbranche für 2020 gegenüber dem Vorjahr
Einschätzung der Umsatzentwicklung der Gesamtbranche für 2020 gegenüber dem VorjahrBild: PwC PricewaterhouseCoopers AG

Auf 2021 blicken die Entscheider in der Branche mit einer Mischung aus Zurückhaltung und leichtem Optimismus. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer von PwC hervor. Während mehr als die Hälfte der Unternehmen nur leicht von den Folgen der Pandemie betroffen ist, prognostizieren ebenso viele Corona-bedingte Umsatzverluste im Schnitt von über 20%

Umsatzerwartungen insgesamt wieder positiv

Vier von zehn Maschinenbauer blicken nach wie vor skeptisch auf die Entwicklung der deutschen Konjunktur im Jahr 2021, der Anteil der Optimisten hat sich seit dem Vorquartal nicht verändert und liegt bei rund 30%. Bewegung ist hingegen in die Umsatzprognosen der Unternehmen geraten. Rund die Hälfte der Befragten rechnet mit einem Wachstum von mindestens 5% in den kommenden 12 Monaten. Im Schnitt erwarten die Entscheider ein Umsatzplus von 1,3%. Dies ist erstmals seit Beginn der Pandemie eine positive Prognose und der höchste Durchschnittswert seit dem 3. Quartal 2019.

Auslastung bleibt niedrig

Jeder fünfte Manager gibt an, dass als Folge der Pandemie Aufträge geprüft oder storniert werden; zwischenzeitlich lag ihr Anteil bei fast einem Drittel. Und auch die Kapazitätsauslastung der Unternehmen liegt mit durchschnittlich 77,5% auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Lediglich jeder vierte Betrieb arbeitet nach eigener Angabe derzeit am Kapazitätslimit – der drittschlechteste Wert aller bisherigen Erhebungswellen.

Maßnahmen in der Pandemie zielen immer häufiger auf die Lieferkette

Die Corona-Pandemie hat die Verletzlichkeit des Einzelnen und der gesamten Weltgemeinschaft in gleicher Weise deutlich gemacht. Wie unter einem Brennglas zeigen sich die Konfliktlinien moderner Gesellschaften. Der Maschinenbau bildet hier keine Ausnahme. Zwar sehen 81% der befragten Entscheider die Folgen von Corona als das größte Hindernis für das eigene Wachstum, dennoch geht auch ein Riss durch diesen ohnehin sehr heterogenen Wirtschaftszweig: lediglich 44% fühlen sich stark betroffen, 39% hingegen teilweise und 18% sogar nur leicht. Trotzdem ähneln sich die Lösungsansätze der Befragten: zwei Drittel der Unternehmen setzen unverändert auf Kurzarbeit, beinah ebenso viele auf Homeoffice-Lösungen. Und nahezu drei Viertel der Entscheider haben die Stärkung bzw. die Sicherung der Lieferketten im Fokus. Zu Beginn der Pandemie lag ihr Anteil noch bei 58%.

Markt für Digital Experience Services in Deutschland

Bild: Lünendonk & Hossenfelder GmbH

Die digitale Transformation nimmt seit Ausbruch der Corona-Krise deutlich an Fahrt auf: 94 Prozent der Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass durch die Corona-Pandemie der Druck zur weiteren Digitalisierung gestiegen ist. Für 71 Prozent hat es folglich hohe strategische Relevanz, künftig ein Teil der digitalen Plattformökonomie zu werden. Daher sind Investitionen in den Aufbau von digitalen Absatz- und Marketingkanäle geplant. Kundenzentrierung und User Experience entlang der gesamten Customer Journey sind dabei entscheidende Faktoren, um in der digitalen Plattformökonomie ein konsistentes Markenerlebnis aufzubauen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass Unternehmen im kommenden Jahr 2021 ihre Budgets für die Digitalisierung deutlich erhöhen werden. Von dieser Entwicklung profitiert der Markt für Digital Experience Services in Deutschland, den Lünendonk auf ein Volumen von 7,1 Milliarden Euro schätzt.

Dies sind Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie 2020 „Der Markt für Digital Experience Services in Deutschland“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder. Die Studie wurde in fachlicher Zusammenarbeit mit Cognizant, Diva-e, Reply und Valtech realisiert.

Bild: Lünendonk & Hossenfelder GmbH

Corona hebt Digitalisierung auf Top-Management-Ebene

Für mehr als 60 Prozent der Unternehmen gewannen im Jahr 2020 digitale Absatz- und Marketingkanäle an Bedeutung. „Besonders für diejenigen Unternehmen, welche bisher die Digitalisierung ihrer Absatzkanäle sowie die Positionierung ihrer Produkte und Services durch digitale Kanäle und Customer Experience nicht ausreichend strategische Bedeutung beigemessen haben, bedeutete die Corona-Krise vor allem eines: Überfällige Investitionen werden streckenweise nachgeholt, und Digitalisierung hat plötzlich höchste strategische Bedeutung“, beschreibt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk und Studienautor die Entwicklung im Krisenjahr 2020.

Die Studie zeigt, dass 78 Prozent der Unternehmen ihre Produkte und Services in Zukunft stärker über digitale Kanäle und digitale Plattformen vermarkten werden und darauf ihre Digitalisierungsstrategien ausrichten. Als Teil der Strategien gehört für 74 Prozent der Unternehmen auch die Verbesserung der Digital Experience entlang der neu geschaffenen digitalen Customer Journeys. Konsequenterweise werden 72 Prozent der Unternehmen in den Aufbau von digitalen Marketingkanälen wie Social Media, Apps, Experience-Plattformen oder digitale Touchpoints in Stores investieren, um ihre Kunden an allen Punkten ihrer Customer Journey anzusprechen.

Digitale Technologien sind entscheidend für Aufbau einer Digital Experience

Während der große Teil der Unternehmen nun in den Aufbau neuer digitaler Kanäle investiert, planen 83 Prozent zusätzlich Investitionen in die bessere Vernetzung der unterschiedlichen analogen und digitalen Kanäle zu einem Omnichannel-Gesamtsystem – z.B., um bei einem Produktkaufprozess nahtlos und ohne Informationsverlust zwischen mehreren Kanälen wechseln oder Statusinformationen über einen Vertrag oder einen Auftrag in aktuellster Form über alle Touchpoints abrufen können. „Besonders diejenigen Unternehmen, die sich künftig als Teil der digitalen Plattformökonomie positionieren, müssen die technologischen Voraussetzungen dafür schaffen, sich mit anderen Unternehmen zu vernetzen – z.B. als Modehersteller, der seine Produkte auf E-Commerce-Plattformen anbietet, oder ein Plattform-Anbieter, der seine Plattform mit einer Vielzahl an Services möglichst attraktiv für Kunden und Partner gestalten möchte“, beschreibt Tobias Ganowski, Junior Consultant bei Lünendonk eine wichtige Herausforderung auf dem Weg in die Plattformökonomie.

Da mehr als jedes zweite Unternehmen seine IT-Modernisierung noch längst nicht abgeschlossen hat, investieren zwei Drittel der Unternehmen (66%) in den IT-Umbau in Richtung einer flexiblen IT-Landschaft. Hierbei geht es u.a. um die stärkere Nutzung von Cloud Computing, das Aufbrechen von starren IT-Prozessen in Microservices sowie die Entwicklung von Programmierschnittstellen (APIs), um mehrere Anwendungen zu einem End-to-End-System zu verknüpfen. Neben der IT-Modernisierung ist die Prozessautomatisierung für 65 Prozent der befragten Unternehmen ein zentrales Element bei der Umsetzung ihrer kundenzentrischen Strategien. Durch die Automatisierung von Prozessen in Kombination mit künstlicher Intelligenz, gelingt es z.B., wiederkehrende, manuelle (Routine-) Aufgaben zu automatisieren, um Kundenanfragen mit Hilfe von intelligenten Sprachassistenten schneller und in höherer Qualität zu bearbeiten.

Unternehmen integrieren Dienstleistungspartner tief in ihre Wertschöpfung

Eine Vielzahl der Investitionen werden die befragten Unternehmen nicht aus eigener Kraft stemmen können. Mehr als drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) arbeiten bei Themen wie Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, digitales Marketing sowie dem Aufbau digitaler Plattformen sehr intensiv mit externen Dienstleistern zusammen. Dabei legen 76 Prozent der Unternehmen bei der Dienstleisterauswahl großen Wert auf ein Full-Service-Portfolio, bestehend aus Design- und Kreativitätsleistungen, Consulting sowie IT-Umsetzungs-Know-how. Lünendonk bezeichnet Dienstleister mit einem solch breiten Portfolio als „Anbieter von Digital Experience Services“. Als Folge der veränderten Kundenanforderungen verschwimmen die Grenzen zwischen den Märkten Management- und IT-Beratung sowie Digitalagenturen immer mehr, und es bildet sich als Schnittmenge aus dieser drei Dienstleisterkategorien das Marktsegment für Digital Experience Services. Das Marktvolumen schätzt Lünendonk auf 7,1 Milliarden Euro für das Jahr 2019.

Mehr Investitionen – trotz oder gerade wegen Corona

Standard Quality Control Certification Assurance Guarantee Internet Business Technology Concept.
Standard Quality Control Certification Assurance Guarantee Internet Business Technology Concept.Bild: ©Sikov/Fotolia.com

Die deutsche Wirtschaft hat ein hartes Jahr hinter sich. Die Corona-Pandemie und insbesondere der erste Lockdown in vielen Ländern weltweit hat vor allem die güterintensiven und exportierenden Branchen schwer getroffen. Eine Ende September durchgeführte IDC Studie unter rund 250 industriellen und industrienahen Unternehmen zeigt, dass etwa 40 Prozent wegen Covid-19 ihre Investitionen in IIoT-Technologien erhöhen wollen, lediglich 18 Prozent der Befragten planen sie zu senken. Die befragten Unternehmen sehen aktuell zentrale Vorteile im IIoT zur Bewältigung folgender Herausforderungen: 53 Prozent wollen Prozesse optimieren und Kosten sparen, 47 Prozent erhoffen sich bessere und schnellere Entscheidungen aufgrund genauerer Daten. Insgesamt planen 59 Prozent der Befragten neue Projekten. 58 Prozent der befragten Unternehmen mit IoT-Plattformen im Einsatz haben diese für bessere Einblicke oder neue Services und Produkte bereits umfangreich oder in Pilotprojekten mit anderen IT-Systemen interner Abteilungen vernetzt. „Großes Potenzial liegt aber auch darin, sich mit externen Partnern zu verbinden“, sagt Marco Becker, Senior Consultant und Projektleiter bei IDC. Immer mehr Wertschöpfung werde digital und in Kooperationen mit anderen Unternehmen in Ökosystemen stattfinden – zunehmend auch zwischen komplett verschiedenen Branchen, so Becker. „Für die Schaffung neuer, gemeinsamer datenbasierter Geschäftsmodelle haben sich immerhin schon rund 39 Prozent der Nutzer von IoT-Plattformen umfassend oder in Pilotprojekten mit externen Innovationspartnern vernetzt.“

Relevante Daten erzeugen

Um Teil von Ökosystemen zu werden, müssen Anwenderunternehmen vor allem relevante Daten erzeugen, und in der Lage sein, diese über geeignete Lösungen und Schnittstellen mit Partnern teilen und kombinieren zu können. Edge Computing ist dafür aus Sicht von IDC aktuell die vielversprechendste Technologie und die Befragten teilen diese Meinung, denn rund 42 Prozent der Befragten haben Edge Computing produktiv oder in Pilotprojekten im Einsatz, weitere 29 Prozent haben Pilotprojekte geplant. Es ermöglicht Unternehmen aller Branchen, relevante Daten nicht nur direkt an Endpunkten zu erfassen, sondern auch an diesen zu empfangen und zu verarbeiten.

5G mit Potenzial

Obwohl die Befragten mit 43 Prozent zum größten Teil kabelgebundene Verbindungen für ihre IIoT-Projekte nutzen, ist 5G der Technologiebaustein, der IIoT und insbesondere die Weiterentwicklung von Edge Computing am stärksten fördert, so die IDC-Experten. Insgesamt setzen momentan bereits 13 Prozent der befragten Unternehmen 5G in Projekten und Pilotprojekten ein, weitere 46 Prozent planen es. Viele Unternehmen haben zudem die 5G-Frequenzen für ihre Standorte lizenziert um Campusnetze zu betreiben. Insgesamt 66 Prozent der Studienteilnehmer, die 5G einsetzen oder in der Planung sind, wollen ein privates 5G-Netz aufbauen.

Neue Technologien

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen (AI/ML) sind momentan bei 49 Prozent der Befragten produktiv oder in Pilotprojekten im Einsatz. AI/ML profitiert von den Massen erzeugter Daten und leitet aus ihnen Maßnahmen und Vorhersagen ab. Für viele Anwendungsszenarien wird vor allem die Verschiebung der AI/ML-Algorithmen in die Endgeräte mithilfe von Edge Computing interessant – z.B. in Fahrzeuge oder Kameras und Computer-Vision- Systeme. Rund 11 Prozent der Befragten planen in Zukunft ihre Betriebsdaten hauptsächlich direkt am Edge in AI/ML-Algorithmen zu verarbeiten. .

25 Prozent arbeiten ausschließlich im Homeoffice

Bild: Bitkom e.V.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Millionen Berufstätige ins Homeoffice gewechselt – und bis heute nicht wieder in die Büros zurückgekehrt. Aktuell arbeitet jeder Vierte (25 Prozent) ausschließlich im Homeoffice. Das entspricht 10,5 Millionen Berufstätigen. Auf weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) trifft das zumindest teilweise zu, also nicht an allen Arbeitstagen pro Woche. Insgesamt arbeitet damit aktuell fast jeder Zweite (45 Prozent) zumindest teilweise im Homeoffice. Das ist das Ergebnis einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Auch nach Ende der Corona-Pandemie werden sehr viel mehr Menschen im Homeoffice arbeiten als zuvor. Nach Bitkom-Berechnungen wird mehr als jeder Dritte (35 Prozent) den Arbeitsort flexibel wählen. Das entspricht 14,7 Millionen Berufstätigen. 3,2 Millionen (8 Prozent) werden ausschließlich im Homeoffice arbeiten, weitere 11,5 Millionen (27 Prozent) teilweise. Vor der Pandemie war Homeoffice eher die Ausnahme. Lediglich 3 Prozent der Berufstätigen (1,4 Millionen) arbeiteten ausschließlich im Homeoffice.

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