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Covid-19 und die Industrie: Entwicklungen, Aktivitäten, Maßnahmen
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Covid19-Krise beschleunigt Digitalisierung in Europa

Bild: Dell Technologies

Der ‚Digital Transformation Index 2020‘ von Dell Technologies zeigt, dass Unternehmen in Europa ihre Programme zur digitalen Transformation in diesem Jahr entscheidend vorangetrieben haben. Gab es zwischen 2016 und 2018 nur geringe Veränderungen am Digitalisierungsstand, so hat sich das Bild nun gewandelt. Mittlerweile zählen 36% zu den Digital Adopters (Unternehmen mit ausgereiften Transformationsplänen) und 6% zu den Digital Leaders (Unternehmen mit einer fest verankerten Transformation). Vor zwei Jahren waren es nur 20 bzw. 4%. In die Kategorie Digital Laggards (Unternehmen ohne Digitalisierungsplan) fallen nur noch 2% der Unternehmen in Europa. Deutschland liegt mit 6% Digital Leaders im europäischen Durchschnitt und weist mit 38% sogar mehr Digital Adopters auf, hat aber auch 5% Digital Laggards – mehr als Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und Schweden. Die größten Hindernisse sind fehlende Budgets und Ressourcen (28%), Datenflut und Probleme, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen (34%) sowie Datenschutz- und Cybersecurity-Bedenken (31%).

CFO Survey: Wirtschaft im Erholungsmodus

Das Schlimmste der Covid19-Krise scheint wirtschaftlich überstanden. Das ist das Ergebnis einer im September durchgeführten Befragung von Deloitte unter 100 Finanzvorständen. „Die Geschäftsaussichten haben sich seit dem historischen Tief im März eindrucksvoll verbessert, eine sehr deutliche Mehrheit sieht sich entweder in der Erholungsphase oder sogar bereits zurück auf dem Vorkrisen-Wachstumskurs“, sagt Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. Nur bei 23% herrscht noch der Krisenmanagement-Modus. Die Hälfte der Unternehmen glauben, die krisenbedingten Verluste in diesem Jahr wieder wettzumachen: 28% sehen ihren Umsatz bereits aktuell wieder auf Vorkrisenniveau, jedes Fünfte hofft, dieses Niveau im Laufe des Jahres wieder zu erreichen. Knapp ein Fünftel erreichen diese Zielmarke nach eigener Einschätzung erst 2022 oder später.

Mehr digitales Arbeiten auch nach der Pandemie

Bild: ©fizkes/stock.adobe.com

Viele Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter auch nach der Corona-Pandemie weiter von zu Hause arbeiten lassen, so das Ergebnis einer Umfrage von KPMG und Harvey Nash. Die dafür befragten 4.200 CIOs gehen weiter davon aus, dass IT-Budgets unter Druck geraten werden. 86 Prozent der IT-Führungskräfte berichten in der Studie, dass ihr Unternehmen infolge der Pandemie einen erheblichen Teil seiner Mitarbeiter ins Homeoffice verlagert habe. Fast jeder zweite CIO (43 Prozent) geht davon aus, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter auch nach der Pandemie weiter von zu Hause aus arbeiten wird.

Cybersicherheit eine gefragte Technikkompetenz

Aber: Auch, wenn die Technologieausgaben während der Pandemie gestiegen sind, werden die entsprechenden Budgets der Umfrage zufolge im nächsten Jahr noch mehr unter Druck stehen. Vor der Corona-Krise ging die Hälfte der IT-Führungskräfte von einer Budgeterhöhung in den nächsten zwölf Monaten aus (51 Prozent), während der Pandemie sank diese Zahl auf 43 Prozent. Unterdessen hatten die Unternehmen Mühe, qualifizierte Fachkräfte für Cybersicherheit zu finden, um die Verlagerung ins Homeoffice zu unterstützen, so die Studienautoren. Cybersicherheit ist für jeden dritten CIO (35 Prozent) mittlerweile die gefragteste technische Kompetenz im Technologiebereich. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren steht damit eine sicherheitsbezogene Kompetenz ganz oben auf der Liste der globalen Qualifikationsengpässe.

Cybersicherheit im Homeoffice

Die Umstellung vieler Unternehmen auf Homeoffice hat zu verstärkten Cyberangriffen auf Unternehmen geführt: So beobachten 40 Prozent der CIOs, dass seit Beginn der Corona-Pandemie entsprechender Attacken zugenommen haben. Bei mehr als drei Viertel dieser Angriffe handelte es sich um Phishing (83 Prozent) und fast zwei Drittel erfolgten durch Malware (62 Prozent).

Einfluss von Technologieführungskräften nimmt zu

Rund zwei Drittel der CIOs (61 Prozent) geben an, dass die Pandemie den Einfluss der Technologieführungskräfte innerhalb ihres Unternehmens dauerhaft gesteigert habe. Allerdings sank die Zahl der Unternehmen mit einem CIO auf Vorstandsebene von 65 Prozent im Jahr 2018 auf 61 Prozent 2020. Dies legt nahe, so die Autoren, dass Technologieführungskräfte Wege finden, relevant zu sein und Einfluss auszuüben, ohne ständiges Mitglied im Vorstand bzw. der Geschäftsleitung sein zu müssen.

Aktuelle Lage verbessert, Erwartungen gehen zurück

Bild: ZEW

Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Oktober auf 56,1 Punkte gefallen und liegen damit 21,3 Punkte unterhalb des Vormonatswertes. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich jedoch erneut verbessert. Der Lageindikator beträgt im Oktober minus 59,5 Punkte. Dies ist ein Anstieg um 6,7 Punkte im Vergleich zum September.

Steigende Corona-Zahlen und drohender No-Deal-Brexit

„Die ZEW-Konjunkturerwartungen liegen noch sehr deutlich im positiven Bereich. Die große Euphorie der Monate August und September scheint aber verflogen zu sein. Die zuletzt stark gestiegene Zahl der Corona-Infektionen lässt die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ansteigen. Hinzu kommt die Aussicht auf einen Brexit ohne Handelsvertrag zwischen EU und Großbritannien. Auch die gegenwärtige Situation vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten steigert die Unsicherheit“, so ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken im Oktober ebenfalls. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt in der Oktober-Umfrage bei 52,3 Punkten, 21,6 Punkte weniger als im Vormonat. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet steigt hingegen um 4,3 Punkte auf einen Wert von -76,6 Punkten.

Hochschulen und die Pandemie

Speaker at Business Conference with Public Presentations. Audience at the conference hall. Entrepreneurship club. Rear view. Horisontal composition. Background blur.
Bild: ©kasto/fotolia.com

Deutsche Hochschulen haben auf die Corona-Pandemie in einem rasanten Tempo reagiert und im Sommersemester 2020 fast ihre gesamte Lehre (91 Prozent) digital angeboten. Der Hälfte der Hochschulen (54 Prozent) gelang die Umstellung sogar innerhalb von 14 Tagen, so eine Studie des Stifterverbands und McKinsey. Demnach zeigen sich Lehrende wie Studierende mit der schnellen und flexiblen Reaktion ihrer Hochschulen sehr zufrieden. Trotzdem führte die rein digitale Lehre zu einer deutlich schlechteren Lernerfahrung der Studierenden. Ihnen fehlten das aktive Campus-Erlebnis sowie die Interaktion in den Lernformaten, so die Studienautoren.

Unterschiede in der Zufriedenheit

Zwischen den einzelnen digitalen Formaten zeigen sich in der Studie allerdings große Unterschiede bei der Zufriedenheit: Sowohl Lehrende (87 Prozent) als auch Studierende (78 Prozent) bewerten die Umstellung von Lehrformaten in größeren Gruppen positiv. Eher negativ bewertet wird hingegen die Umstellung von Lehrformaten in Kleinstgruppen. Dies betrifft vor allem Fächer mit großen Praxisanteilen wie Humanmedizin, Naturwissenschaften, Kunst, Musik oder Sport. Je länger die rein digitale Lehre andauerte, desto unzufriedener waren die Studierenden auch mit ihrem Lernerlebnis. Vermisst wurde vor allem das interaktive, sozialisierende Campus-Leben. Noch im Wintersemester 2019/2020 zeigte sich die große Mehrheit der Studierenden (85 Prozent) mit ihrem Lernerlebnis zufrieden. Im Sommersemester waren es nur noch 51 Prozent. Die Gründe für die zunehmende Unzufriedenheit sind vor allem mangelndes Sozialleben unter Studierenden (68 Prozent), Motivations- und Konzentrationsprobleme beim Lernen zu Hause (58 Prozent) oder die fehlende Orientierung bei der Einschätzung des Lernstoffes (42 Prozent).

Keine reine Präsenzlehre mehr

Die Studie zeigt weiterhin, dass Lehrende nicht mehr auf die reine Präsenzlehre setzen. Drei Viertel von ihnen steht der digitalen Lehre positiv oder eher positiv gegenüber. Eine Mehrheit kann sich vorstellen, in Zukunft jede dritte Veranstaltung in digitaler Form anzubieten. Auch die dafür notwendigen digitalen Kompetenzen sind bei vielen, wenn auch nicht bei allen Wissenschaftlern, vorhanden. „Neben der digitalen Umstellung der bekannten Lehr- und Lernformate brauchen wir unbedingt auch neue Formate, um die Interaktion von Studierenden zu stärken und die Lernerfahrung insgesamt zu verbessern. Das gilt vor allem für Studienanfänger und internationale Studierende, die den Hochschulalltag erst entdecken und erfahren wollen“, resümiert Solveigh Hieronimus, Seniorpartnerin bei McKinsey & Company.

Um neue Angebote erweitern

Durch die Corona-Krise haben Hochschulen die Chance, die bisherige Präsenzlehre um digitale Angebote zu erweitern und dadurch Hochschullehre langfristig exzellenter aufzustellen. Die Hochschulen seien insgesamt gefordert, mehr Sozialformate und Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen, so Solveigh Hieronimus. Dabei könnten sie auch von Unternehmen lernen, die während der Corona-Krise vermehrt mit digitalen Sozialformaten – wie offenen, virtuellen Austauschräumen oder digitalen Speed-Datings – experimentiert haben.

Metallindustrie ist Spitzenreiter bei Kurzarbeit

Bild: Ifo-Institut

Laut Berechnungen und Schätzungen des Ifo-Instituts sind die Wirtschaftszweige mit dem aktuell größten Anteil an Kurzarbeitern die Metallindustrie, der Maschinenbau, das Gastgewerbe, der Fahrzeugbau mit Zulieferern sowie die Elektrobranche. „Die Zahlen sind auch in diesen Branchen im September durchgängig gesunken. Jedoch liegen sie immer noch sehr deutlich über dem Durchschnitt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dieser beträgt aktuell etwa 11%“, sagt Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Im September befanden sich 31% der Beschäftigten in der Metallindustrie in Kurzarbeit, 29% im Maschinenbau, 26% im Gastgewerbe, 24% im Fahrzeugbau sowie 23% in der Elektrobranche. Es folgen Unternehmen der Textil und Bekleidungsbranche, Hersteller von Leder, Holz und Papier, sowie Druckereien mit 20%, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (18%), Möbelindustrie (15%) sowie Großhandel (13%). In der Mineralöl- und Chemieindustrie, bei Pharmaunternehmern, sowie Herstellern von Gummi, Kunststoff und Glas beträgt der Anteil 12%, bei Verkehr und Lagerei 11%. Unterdurchschnittlich in Anspruch genommen wird die Kurzarbeit von Autohändlern und -Werkstätten (10%), Informations- und Kommunikationsdienstleistern (8%), Einzelhandel (7%), Baugewerbe (6%), sowie der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (5%).

Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

Bild: Tata Consultancy Services

Obwohl ein Großteil der Unternehmen weltweit aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzrückgänge verzeichnet, investieren neun von zehn Firmen weiter in die Digitalisierung. So berichten mehr als zwei Drittel der Unternehmen (68 Prozent) von niedrigeren Einnahmen und fast ebenso viele (67 Prozent) sehen innerhalb des nächsten Jahres keine Rückkehr zum Niveau vor der Krise. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Beratungsunternehmens Tata Consultancy Services (TCS) unter 300 Führungskräften von Großunternehmen in Europa, Nordamerika und Asien. Trotz dieser Zahlen behalten 66 Prozent der Unternehmen ihr Budget für die digitale Transformation bei, weitere 25 Prozent erhöhen es. Werden zusätzliche Investitionen getätigt, beträgt die Steigerung durchschnittlich 33 Prozent.

Europa und Nordamerika bei Investitionen vorne

Dabei verzeichnen Unternehmen in Europa (70 Prozent) und Nordamerika (69 Prozent) häufiger Umsatzrückgänge als asiatische Firmen (64 Prozent). Hiesige Unternehmen sind zudem pessimistischer, was die Rückkehr zum Umsatzniveau vor der Krise betrifft: Nur zehn Prozent rechnen mit einer Erholung innerhalb eines Jahres – deutlich weniger als in Asien (22 Prozent) oder Nordamerika (28 Prozent). Fast die Hälfte der europäischen Unternehmen (48 Prozent) rechnet mit einer Rückkehr zum Vorkrisen-Niveau innerhalb von ein bis zwei Jahren. Trotzdem investieren europäische Unternehmen am ehesten unverändert oder sogar vermehrt in die digitale Transformation (95 Prozent), gefolgt von nordamerikanischen (91 Prozent) und asiatischen (81 Prozent) Firmen.

Mobiles Arbeiten bleibt

Aktuell investieren Unternehmen vor allem stärker in Technologien, um die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Dazu zählen Kollaborations-Tools (65 Prozent), IT-Sicherheit (56 Prozent) und Cloud Computing (51 Prozent) – diese Technologien bleiben auch nach der Krise in Betrieb. Fast zwei Drittel der Mitarbeiter (64 Prozent) arbeiten momentan hauptsächlich im Homeoffice – ein signifikanter Anstieg verglichen zu den neun Prozent vor der Krise. Im Jahr 2025 werden vier von zehn Mitarbeiter (40 Prozent) ortsunabhängig arbeiten, prognostizieren die Autoren von TCS.

Arbeitsmarkt-Barometer dreht ins Plus

Bild: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB

Im September konnte das IAB-Arbeitsmarktbarometer erstmals nach dem Corona-bedingten Tief die Schwelle von 100 Punkten überspringt. Besonders die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers legte zu: Sie stieg gegenüber dem Vormonat um 3,1 auf 102,2 Punkte. Das deutet auf sinkende Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten hin. „Ein halbes Jahr nach dem Shutdown verbessern sich die Aussichten, Arbeitslosigkeit wieder abzubauen“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Eine Rolle spiele dabei aber auch, dass Corona-bedingte Sondereffekte wie die starke Verringerung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den kommenden Monaten nachlassen dürften.

Marker für die Beschäftigung steigen leicht

Die Verbesserung der Beschäftigungskomponente des Frühindikators fällt moderater aus: Sie stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf jetzt 98 Punkte. „Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen, derzeit wird weniger entlassen als vor der Krise“, so Weber. Die schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen und der Umsetzung umfangreicher staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen habe den Abwärtstrend gestoppt. Verzögerte Insolvenzen und die in vielen Staaten steigenden Infektionszahlen stellten aber Risiken dar. Zudem hätten sich aktuell viele Personen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen, und die Zuwanderung, die über Jahre das Arbeitskräftepotenzial deutlich erhöht hatte, falle derzeit weitgehend aus.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit dem November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten ‘Arbeitslosigkeit’ und ‘Beschäftigung’ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Was nach der Corona-Krise bleibt

Bild: ©industrieblick/stock.adobe.com

Es war ermutigend zu sehen, dass so viele Hersteller unter großen Schwierigkeiten die Bemühungen zur Fertigung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) einschließlich Gesichtsvisieren, Masken, Beatmungsgeräten, Handgelen und anderen wichtigen medizinischen Hilfsmitteln unterstützen. Viele dieser Produkte waren das Ergebnis eines kreativen Einfallsreichtums aufseiten der Design-Ingenieure – darunter ein britisches Unternehmen, das aus herkömmlichen Schnorchelmasken Beatmungsgeräte für Corona-Patienten machte. Für einen Großteil der hergestellten Produkte wurden jedoch öffentlich verfügbare Open-Source-Designs verwendet, darunter solche, die sich mithilfe von 3D-Druck herstellen lassen.

Open-Source-Software

Open-Source-Software ist nichts Neues, und der Maschinenbau kann bereits jetzt auf eine breite Vielfalt an kostenloser Open-Source-Software blicken, die dazu verwendet werden, um viele der heutigen grundlegenden Industriesysteme zu erzeugen. Wir erwarten jedoch einen wachsenden Trend zur Verwendung im Design-Engineering, wie z.B. für Robotik-Tools, für Motorendesign und -simulation oder für den 3D-Druck von kostengünstigen Präzisionsmikroskopen.

Fernarbeit

Die Pandemie führte dazu, dass rund 25 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland von zu Hause aus arbeiteten, während es im Vorjahr nur etwa 12 Prozent waren. In Großbritannien arbeiten die Hälfte der Erwerbstätigen von zu Hause aus. Jedoch ist dies für Unternehmen in den Fertigungs- und Einzelhandelsbranchen größtenteils unmöglich. Da erscheint es nicht verwunderlich, dass laut einer Umfrage des Forschungsunternehmens Leesman, von den 52.240 Beschäftigten, die in Großbritannien im Fertigungs- und Maschinenbausektor tätig sind, 53 Prozent über keinerlei Erfahrung in der Arbeit von Zuhause aus verfügen. Auch wenn in Fertigungsunternehmen nicht jeder von zu Hause aus arbeiten kann, wird der Einsatz von Fernprozessen und Fernsteuerungssoftware zunehmen. Dies kann sich vor allem bei industriellen Alarmanlagen als nützlich erweisen, die in Notfällen SMS-Warnungen an die zuständigen Mitarbeiter verschicken können. Die Mitarbeiter können diese Warnungen dann zur Kenntnis nehmen, sich aus der Ferne über ein beliebiges Gerät anmelden, sei es ein Smartphone, ein Tablet oder ein Desktop-PC, und das Problem beheben.

Diversifizierte Lieferketten

Chinas Konjunktur ist infolge des COVID-19-Lockdowns im ersten Quartal des Jahres um 6,8 Prozent geschrumpft. Dies war der erste Rückgang seit 1992 und hat sich auf Unternehmen auf der ganzen Welt ausgewirkt, die von chinesischen Zulieferern abhängen. Als Antwort darauf hat das Weltwirtschaftsforum bekannt gegeben, dass eine wahrscheinliche Folge sein könne, dass internationale Unternehmen in Zukunft ihre Lieferketten diversifizieren würden, statt nur von China abhängig zu sein. Fertigungszentren wie Vietnam, Mexiko und Indien würden aller Wahrscheinlichkeit nach von solch einem Wandel profitieren. Diese Umstellung auf eine Diversifizierung und Dezentralisierung ihrer Lieferketten misst der Tatsache, dass Hersteller dies tun und dabei auch noch ihre Beziehungen mit Zulieferern von Industriebauteilen stärken, noch eine größere Bedeutung bei. In der Lage zu sein, die richtigen neuen und gebrauchten Bauteile schnell von Lieferanten zu beziehen, könnte sich bei Betriebsstörungen wie der Corona-Pandemie als entscheidend erweisen.

Die Produktion in Corona-Zeiten

Factory workers with face mask protect from outbreak of Corona Virus Disease 2019 or COVID-19.
Bild: ©Blue Planet Studio/AdobeStock.com

Durch die Corona-Krise ist die Weltwirtschaft eingebrochen, Lieferstrukturen sind in sich zusammengestürzt, Fabriken waren geschlossen. Produktionsunternehmen mussten ihren Betrieb kurzfristig und drastisch umstellen. Nach dem Lockdown geht es inzwischen weiter. Doch wie genau und welche Aspekte sind wichtig? Welchen Einfluss hat Corona auf die Performance der Produktion? Eine Studie der Grean GmbH, eine Ausgründung aus dem Institut für Fabrikanlagen und Logistik der Leibniz Universität Hannover (LUH), ist der Frage nachgegangen, wie sich die Pandemie konkret auf Produktionsunternehmen ausgewirkt hat.

90 Unternehmen befragt

Dafür wurden zwischen Mitte Juni und Mitte Juli eine Befragung von knapp 90 Unternehmen durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Fragen nach logistischen Indikatoren wie der Auslastung der Produktion, den Beständen, der Lieferperformance oder der Fertigungstiefe. An der Befragung beteiligt waren hauptsächlich Unternehmen aus den Branchen Metallverarbeitung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Kunststoffverarbeitung mit rund 250 bis 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Kurzer Schreck

Ein interessantes Ergebnis ist, dass viele der befragten Produktionsunternehmen die Corona-Pandemie als ‚kurzen Schrecken mit schnellem Ende‘ beschreiben. Die wirtschaftliche Gesamtlage empfinden viele trotz allem als überraschend gut – durchaus ein Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung der Situation. Instrumente wie Kurzarbeit oder auch die Aufgabe von bestimmten Glaubenssätzen konnten offenbar durch die Krise retten. So werden Bestände im Lager oft nicht mehr per se als ‚böse‘ gesehen, sondern es werden höhere Bestände – und damit Kosten – akzeptiert, um zukünftige Risiken in der Supply Chain abzusenken.

Digitalisierung als Stellhebel

Zudem zeigt sich, dass viele Befragte die Digitalisierung der Produktion sowie klassische Effizienzthemen als zentrale Stellhebel sehen, um aus der Krise zu kommen. Dennoch gibt nur eine Minderheit der Befragten an, dass sie Produktionsstrukturen grundsätzlich hinterfragen werden, um ihre Fertigung effizient zu gestalten und ihre Strukturen auf Resilienz auszurichten. „Hier liegt durchaus ein Risiko, denn die Zeit nach Corona wird nicht mehr so wie vor der Krise sein“, sagt Dr. Tobias Heinen, Geschäftsführer von Grean. „Die Studienergebnisse sind sehr wertvoll, denn nun können wir viel zielgerichteter Ratschläge für die Produktion der Zukunft geben.“

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