Covid-19 und die Industrie: Entwicklungen, Aktivitäten, Maßnahmen

Deutsche Wirtschaft im Spannungsfeld zwischen Öffnungen und Lieferengpässen

Bild: ifo Institut

Mit der Verlangsamung des Infektionsgeschehens und dem Fortschritt bei den Impfungen gegen Covid-19 dürften die bestehenden wirtschaftlichen Beschränkungen allmählich aufgehoben werden. Einer konjunkturellen Erholung beim Handel und in den kontaktintensiven Dienstleistungsbereichen bis Ende 2021 steht nichts mehr im Wege. Kurzfristig dämpfend wirken die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten, so dass sich der industrielle Boom im weiteren Verlauf etwas abkühlen dürfte. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt 2021 voraussichtlich um 3,3% und 2022 um 4,3% zulegen.

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Jedes zweite Unternehmen passt Nach-Corona-Strategie an

Bild: STAUFEN.AG Beratung.Akademie.Beteiligung

Der deutsche Mittelstand hat die Verwerfungen der Corona-Pandemie gut abwehren können. Das geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Staufen hervor, für die mehr als 200 Führungskräfte von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mind. 20Mio.€ befragt wurden. Demnach sieht sich nur eine Minderheit in einer existenzbedrohenden Phase, jedes vierte Unternehmen hat die Krise aber bereits hinter sich gelassen. 36% nehmen eine bewältigbare Krisenphase wahr. Mit einer spürbar veränderten Strategie haben sich 47% der Unternehmen für die Zeit nach Corona neu positioniert. 8% haben ihre Strategiefindung noch nicht abgeschlossen. Die größten Herausforderungen für die Unternehmen bleiben laut Staufen-Berater Andreas Sticher die Digitalisierung, die Einführung agiler Prozesse und flexibler Strukturen sowie eine auf hohe Dynamik ausgerichtete Führungskultur.

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Was bleibt nach der Pandemie?

Bild: ©ABCDstock/stock.adobe.com

Im Auftrag von AWS hat Coleman Parkes 10.000 Business- und IT-Entscheider aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel und Spanien befragt. Ziel war es u.a. herauszufinden, wie sie es geschafft haben, ihr Unternehmen während der Covid-19-Pandemie ’neu zu erfinden‘ – ohne eine konkrete Roadmap für künftige Entwicklungen zu haben. Für viele Unternehmen stellte die durch die Pandemie versursachte Notwendigkeit, schnell transformieren zu müssen, eine Herausforderung dar: 46 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Unternehmen Schwierigkeiten hatte, sich an die neue Situation anzupassen. Darüber hinaus gaben 46 Prozent der Befragten an, dass sie anhaltend unter dem Druck neuer Wettbewerber stehen, die ihnen Marktanteile abnehmen. Zwei Drittel (65 Prozent) gaben an, dass ihre Organisationen aus der Pandemie agiler, anpassungsfähiger und zuversichtlicher für die Zukunft hervorgegangen sind. Die Führungskräfte dieser Unternehmen sagten in der Studie, dass die Cloud ihnen geholfen hat, sich neu auszurichten und zu innovieren (65 Prozent), zu skalieren, um so der veränderten Nachfrage gerecht zu werden (63 Prozent) und sogar Kosten zu sparen (60 Prozent). Fast zwei Drittel (64 Prozent) gaben an, dass ihre Unternehmen während der Pandemie neue Clouddienste eingesetzt haben. 40 Prozent nutzten die Cloud zum ersten Mal.

Lehren für die Zukunft

Führungskräfte in den befragten Unternehmen haben aus der Pandemie verschiedene Lehren für die Zukunft gezogen, darunter, welch hohe Bedeutung agilere Arbeitspraktiken (58 Prozent), eine bessere Zusammenarbeit (56 Prozent) und mehr Kundennähe haben (55 Prozent). Von den befragten Entscheidern sagen 69 Prozent, dass sie über eine klare Strategie verfügen, wie sie künftig Chancen ergreifen wollen. 60 Prozent stimmen zu, dass sie ihr Geschäftsmodell erneut anpassen müssen, sobald momentan geltende Pandemie-bedingte Einschränkungen aufgehoben werden. Laut der Umfrage beabsichtigen fast zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) nach der Pandemie Technologien wie Cloud Computing einzusetzen, und 54 Prozent der Entscheider sagen, dass ihr Geschäft von der Cloud abhängt. Nur 50 Prozent erwarten, dass sie ihre Transformationsinitiativen nach der Covid-19-Pandemie fortsetzen werden.

mst/Amazon Web Services

AutoID-Märkte stehen wieder besser da

Bild: AIM-D e.V.

Die Ergebnisse der aktuelle Befragung für das 2. Halbjahr 2020 zeigen die Auswirkungen der Corona-Krise und die daraus resultierenden – wieder höheren – Erwartungen der AIDC-Branche in der Krise und vor allem für die Zeit danach.

Peter Altes, Geschäftsführer des AIM-D e.V. kommentiert wie folgt: „Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum zweiten Halbjahr 2020 stehen zwar immer noch im Zeichen von Corona, sind aber wieder sichtbar besser als für das 1. Halbjahr 2020. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020 (ca. 25 Prozent) berichtet nun wieder über 55 Prozent der Unternehmen von einer verbesserten oder zumindest gleichgebliebenen Geschäftsentwicklung der AutoID-Märkte; nur noch ein Drittel sieht aktuell eine Eintrübung der Märkte. Bemerkenswert dabei ist“, so Altes, „dass die Mitglieder zum wiederholten Mal ihre eigene Position im Markt als besser einstufen als den Markt insgesamt. Darin spiegelt sich sicherlich neben einer Entspannung der Lage die Erwartungshaltung an die Rolle der AIDC-Technologien an sich aufgrund der Corona-Krise beschleunigende Automatisierungsprozesse und zunehmend mehr auch autonome Prozesse in Produktion und Logistik.

Die Einzelergebnisse des AIM-Trendbarometers

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen ist laut Umfrage im 2. Halbjahr 2020 wieder besser geworden, nachdem sie zuvor fünf mal in Folge rückläufig war. 30 Prozent der Unternehmen haben ihre Investitionen gesteigert (rund 15 Prozent im Vergleichszeitraum des 1. Halbjahrs 2020); und bei fast 40 Prozent ist das Investitionsverhalten stabil geblieben. Nur noch rund 15 Prozent (zuvor 35 Prozent) haben weniger investiert.

55 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf eine gleichbleibende bzw. verbesserte Marktentwicklung. Im Vergleichszeitraum galt dies für rund ein Viertel der Unternehmen. Die Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung bleibt dabei leicht hinter der Wahrnehmung bzw. Bewertung der allgemeinen Marktentwicklung zurück.

Zwei Fragen der Erhebung bezogen sich auf einzelne unter dem Oberbegriff AutoID zusammengefasste Technologie-Bereiche:

Barcode und andere optische Identifikationssysteme (ORM): In Bezug auf diese Systeme berichten mit mehr als 10 Prozent wieder fast doppelt so viele Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im Vergleichszeitraum; der Wert für eine unveränderte, also zumindest nicht schlechtere Marktentwicklung ist wieder auf rund 25 Prozent (zuvor 15 Prozent) gestiegen.

RFID einschl. NFC und RTLS: die Entwicklung wird aktuell noch optimistisch eingeschätzt. Eine bessere Entwicklung sehen gegenwärtig wieder rund ein Drittel der Unternehmen (1. Halbjahr: 20 Prozent), eine unverändert stabile Entwicklung sehen mit über 20 Prozent (1 Halbjahr: 15 Prozent) auch wieder mehr Unternehmen.

Erwartungen der einzelnen Technologie-Bereiche

Diese Zahlen zeigen, dass der leichte Abwärtstrend im Vergleichszeitraum des ersten Halbjahrs 2020 gestoppt zu sein scheint, so der Verband. Die Erwartung an eine ’verstärkten Nachfrage’ für einzelne Technologie-Bereiche stellt sich wie folgt dar:

• Optische Identifikation: 17,65 Prozent (26Prozent im Vergleichszeitraum)

• Kennzeichnung: 23 Prozent (21 Prozent)

• RFID: 73,5 Prozent (79 Prozent)

• NFC: 38 Prozent (38 Prozent)

• RTLS: 17,5 Prozent (21 Prozent)

• Sensorik: 26,5 Prozent (27 Prozent)

• Bluetooth: 11,5 Prozent (10 Prozent)

• Vision Systems: 11,5 Prozent (21 Prozent)

Produktionserwartungen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau

Bild: ifo Institut

„Das Bild der Produktionserwartungen in den einzelnen Branchen ist dabei sehr differenziert“, so Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zur Konjunkturumfrage. „Die Autoindustrie und ihre Zulieferer fahren ihre Erwartungen deutlich zurück, rechnen aber weiter mit Produktionssteigerungen“, ergänzt Wohlrabe. Die Bekleidungshersteller dagegen berichten erstmals nach neun Monaten, ihre Produktion ausweiten zu wollen.

Probleme bei der Chip-Beschaffung

In der Autobranche fiel der Indikator im Mai auf 10 Punkte, nach 42 im April, was laut Ifo Institut auch auf die Probleme bei der Beschaffung von Chips zurückzuführen ist. In der Chemieindustrie sank der Wert auf 21 Punkte, nach 27 im April. In der Elektroindustrie sind trotz eines leichten Rückgangs von 42 auf 40 Punkte weiterhin deutliche Produktionssteigerungen angekündigt.

In der Bekleidungsindustrie stieg der Umfragewert auf plus 20 Punkte im Mai, nach minus 15 im April. Die Möbelhersteller rechnen mit einem weiteren Nachholbedarf; der Umfragewert stieg von 21 auf 36 Punkte im Mai. Der stark gestiegene Holzpreis scheint im Moment noch keine Auswirkungen zu haben. Die sehr gute Auftragslage im Maschinenbau wird sich auch in den Produktionszahlen widerspiegeln. Der Umfragewert stieg auf 43 Punkte, nach 40 im April.

Pandemie erhöht den Druck auf IT-Architekten

Bild: ©knssr/stock.adobe.com

Der Couchbase-Umfrage zufolge, für die 450 IT-Architekten aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt wurden, stehen in Deutschland 36 Prozent der Befragten in Pandemie-Zeiten unter ’hohem’ oder sogar ’extrem hohem Druck’, ihre digitalen Projekte umzusetzen. Vor der Pandemie gaben das nur 11 Prozent zu Protokoll.

@Grundschrift: Pläne behindert

83 Prozent der IT-Architekten aus Deutschland gaben an, dass es Covid-19 schwieriger gemacht habe, die richtige Technologie für die digitale Transformation bereitzustellen, während 43 Prozent hervorhoben, dass die Pandemie ihre Pläne zur Durchführung digitaler Projekte behindert hat. Allerdings befinden sich derzeit laut Befragung nur noch 11 Prozent der Organisationen in der Planungsphase, im Vergleich zu 22 Prozent in 2019.

IT-Projekte werden nach Auskunft von 61 Prozent der Befragten auch durch zurückliegende Entscheidungen ausgebremst – etwa zur Cloud-Infrastruktur (51 Prozent) oder zu Datenbanken (49 Prozent).

Obwohl viele Unternehmen der Meinung sind, dass relationale Datenbanken kein großes Potenzial haben, die digitale Transformation voranzubringen, verlassen sich laut Studie immer noch 86 Prozent auf sie. 70 Prozent der auf Legacy-Datenbanken setzende Unternehmen erklären, dass diese die Umsetzung neuer digitaler Projekte erschweren.

@Grundschrift: Weitere Ergebnisse

70 Prozent befragten der Unternehmen halten an überholten Lösungen fest, weil sie in die entsprechenden Skills hohe Summen investiert haben, während 66 Prozent angaben, dass Legacy-Datenbanken ihre Systeme am Laufen halten.

Zugleich haben 62 Prozent den Einsatz ihrer Legacy-Datenbanken in den vergangenen zwölf Monaten zurückgefahren oder planen dies innerhalb des kommenden Jahres.

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) gab an, dass die Migration auf eine NoSQL-Datenbank für das Erreichen ihrer Ziele sehr hilfreich oder sogar unverzichtbar gewesen sei.

Während der Pandemie gab es zwei Tendenzen in unterschiedliche Richtungen: 36 Prozent sagten, dass die Pandemie die Abkehr von Legacy-Systemen beschleunigt habe, während 28 Prozent der Befragten äußerten, dass sie aufgrund der Pandemie ihre Pläne für einen Umstieg auf Eis legen mussten. Nach der Zukunft befragt, sahen die IT-Architekten in Technologien wie Cloud Computing (58 Prozent) und Big Data (55 Prozent) das größte Potenzial, um die digitale Transformation in ihrem Unternehmen zu beschleunigen. Ebenso klar wie die Zukunftsaussichten bewerteten sie die Ansätze, die bei der Erfüllung ihrer Ziele eine große Rolle gespielt haben: dazu gehören die Migration von On-Premise-Datenbanken in die Cloud (60 Prozent), die Flexibilität, Ziele bei Bedarf schnell anpassen zu können (64 Prozent) und die Einführung von Lösungen, die keine Investitionen in neue Skills erforderten (62 Prozent).

Zahl der Überstunden sinkt

Bild: IAB/nstitut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Arbeitnehmer leisten seit Jahren weniger Überstunden. Wie das Institut der deutschen Wirtchaft Köln berichtet, leistete ein Arbeitnehmer 1991 fast doppelt so viele Überstunden wie im vergangenen Jahr. In den 1970er-Jahren waren es laut IW in Westdeutschland sogar viermal so viele, auch wenn veränderte Erfassungsmethoden den Vergleich erschweren. Für den Rückgang gibt es laut IW vor allem zwei Gründe. Zum einen sind Arbeitszeitkonten deutlich verbreiteter als früher. Da für Überstunden in vielen Tarifverträgen teure Zuschläge fällig werden, greifen Arbeitgeber auf Alternativen zurück – und die Arbeitnehmer bauen die Mehrarbeit dann einfach ab, wenn im Betrieb weniger zu tun ist. Zum anderen sorgte die Corona-Krise dafür, dass es in vielen Bereichen weniger Arbeit gab, darauf dürfte der aktuelle Rückgang um 4,4 Stunden pro Kopf im vergangenen Jahr zurückzuführen sein. Damit spielen Überstunden auch eine Rolle, um Beschäftigung in der Krise zu stabilisieren. So war der Stabilisierungseffekt durch den Rückgang der Überstunden größer als der von Guthaben auf Arbeitszeitkonten, die lediglich um drei Stunden schrumpften.

Produktionslinie für digitale Corona-Schnelltest

Bild: Maschinenbau Kitz GmbH

In Jena ist eine vollautomatische Produktionsanlage für Corona-Schnelltests in Betrieb genommen worden. Realisiert wurde sie unter anderem durch den Anlagenbauer mkf, eine Tochter von mk Technology, die sich auf die Fabrikautomation im Bereich Fördertechnik spezialisiert hat. Die Anlage produziert eine Million digitale Schnelltests im Monat. Anders, als bei bisher auf dem Markt verfügbaren Tests, arbeitet die GreenLight-Anlage von Senova wie ein digitales Kleinstlabor. Nachdem die Probe auf den Test gegeben wurde, analysiert sie der Test selbstständig und verarbeitet die Daten in einer zentralen Cloud. Dafür werden die Tests auf einem Werkstückträger-Umlaufsystem vollautomatisch durch Roboter von Omron montiert. Auf einem weiteren Umlauf werden die fertigen Produkte teilautomatisiert weiterverarbeitet und später manuell verpackt. Das Umlaufsystem kann Stoppen, Stauen, Positionieren und Vereinzeln. Mit den Positioniereinheiten können die Werkstückträger an den Roboterbearbeitungsstationen in X-, Y- und Z-Richtung auf 0,1mm genau positioniert werden.

Corona als Digitalisierungs-Crashkurs fürs Management

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Bild: ©Chaiyawat/fotolia.com

Die Pandemie hat viele Unternehmen gezwungen, Arbeitsabläufe und Geschäftsmodelle zu verändern – und sie hat auch zu Lerneffekten an der Unternehmensspitze geführt. So haben 8 von 10 Managerinnen und Manager durch Corona neue Technologien ausprobiert (82 Prozent) und dabei nach eigener Aussage viel über Digitalisierung gelernt (80 Prozent). Ebenso viele (82 Prozent) räumen ein, dass die Corona-Pandemie ihre persönlichen Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung abgebaut habe. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 502 Geschäftsführern, Vorständen und Digitalisierungsverantwortlichen von Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten in Deutschland.

Zu digitalen Prozessen gezwungen

„In der Corona-Pandemie wurden Unternehmen gezwungen, Homeoffice einzuführen und Prozesse zu digitalisieren – und sehr viele haben dabei bemerkt, dass dies nicht nur eine Notoperation ist, sondern grundsätzliche Vorteile bringt“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Corona ist ein Aufruf, digitale Technologien viel öfter auszuprobieren und ihre Chancen zu entdecken – auch wenn uns keine globale Krise zum Handeln zwingt.“ Allerdings gibt auch etwa jede und jeder Zweite (47 Prozent) zu, sich manchmal überfordert zu fühlen, weil häufiger über digitale Themen gesprochen wird, von denen sie selbst nicht so viel verstehen. Das gilt vor allem für kleinere Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten. Dort liegt der Anteil sogar bei 50 Prozent. Bei Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 38 Prozent, bei Großunternehmen ab 500 Beschäftigten nur 29 Prozent. An der Spitze fast jedes fünften Unternehmens (19 Prozent) gibt es den Wunsch, nach der Corona-Pandemie wieder weniger digital zu arbeiten als heute. Auch hier könnten kleinere Unternehmen wieder stärker in alte Muster zurückfallen als große. Bei den kleinen Unternehmen sind es 21 Prozent, bei größeren 15 Prozent und unter den Großunternehmen ab 500 Beschäftigten ist es sogar nur rund jedes Zehnte (11 Prozent), in dem wieder verstärkt analog gemanagt wird.

IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

Bild: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Mai gegenüber dem Vormonat deutlich um 2 Punkte auf 104,6 Punkte gestiegen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt damit positive Aussichten für die Arbeitsmarktentwicklung an. Zuletzt stand das Arbeitsmarktbarometer im März 2018 so günstig.

Damit setzt sich der Positivtrend des Arbeitsmarktbarometers weiter fort und die Arbeitsagenturen zeigen sich in ihren Einschätzungen zur Arbeitsmarktentwicklung optimistischer. „Die Aussicht auf deutliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen lässt die Arbeitsmarkterwartungen nach oben springen“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen.

Rekordwachstum noch nicht in Sicht

Besonders die Komponente zur Vorhersage der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit legte im Mai zu. Mit einem Plus von 2,7 Punkten gegenüber dem Vormonat kletterte sie auf 105,9 Punkte und damit auf den zweithöchsten jemals gemessenen Stand. Laut IAB kann dies neben der Arbeitsmarkterholung auch darauf zurückzuführen sein, dass ein Anstieg der Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erwartet wird. Die Aussichten bei der Beschäftigungsentwicklung haben sich weiter verbessert, wenngleich sie gegenüber der zweiten Hälfte der 2010 Jahre moderater ausfallen. Die Beschäftigungskomponente des Arbeitsmarktbarometers legte im Mai um 1,2 Punkte zu und liegt nun bei 103,2 Punkten. „Die Zeichen stehen auf Erholung, aber ein Rekordbeschäftigungswachstum wie in den Jahren vor der Krise ist noch nicht in Sicht“, so Weber.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus beiden Komponenten bildet den Gesamtwert des Arbeitsmarktbarometers. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

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