Federdruck-Einscheibenbremsen für Servoantriebe

Standardlösung für individuelle Ansprüche

Die Anforderungen, die Motorenhersteller an Halte- bzw. Sicherheitsbremsen stellen, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Es gilt, immer detailliertere Anforderungen bei einem möglichst guten Preis-/Leistungsverhältnis zu erfüllen. Während – zumindest auf dem europäischen Markt – bei Servoantrieben die Wahl bisher meist auf vielseitige Permanentmagnetbremsen fiel, haben sich moderne Federdruckbremsen mittlerweile zu einer vielversprechenden Alternative entwickelt.

Funktionsprinzip der Servo Line Einscheiben-Federdruckbremsen (Bild: Kendrion GmbH)

Funktionsprinzip der Servo Line Einscheiben-Federdruckbremsen (Bild: Kendrion GmbH)


Die Federdruck-Einscheibenbremsen der neuen Servo-Line-Baureihe bietet Kendrion in elf verschiedenen Baugrößen mit Haltemomenten von 0,3 bis 130Nm an. Damit eignen sie sich für eine Vielzahl an Bereichen, in denen Servoantriebe arbeiten: Angefangen von Automatisierung und Robotik über Verpackungs- und Fördertechnik bis hin zu Produktionsstraßen, Lagersystemen oder Windkraftanlagen. In der Standardausführung lassen sich die Bremsen sowohl flansch- als auch stirnseitig montieren. Auch eine im Motorgehäuse integrierte Montage oder außen am Lagerschild ist möglich. Verzahnte Mitnehmer-Reibscheiben-Verbindungen reduzieren das Verdrehspiel.

Passende Sicherheitsbremse

Federdruckbremsen sind geeignete Sicherheitsbremsen wenn es darum geht, bewegte Massen oder Lasten im Stillstand sicher zu halten. Wird die Spule der Bremse bestromt, baut sich ein Magnetfeld auf, das die Ankerscheibe anzieht und so den Rotor mit den Reibbelägen freigibt. Im energielosen Zustand ist die Bremse geschlossen. Durch dieses Prinzip sind Federdruckbremsen ausfallsicher unter allen Betriebsbedingungen. Dies gilt einschließlich bei Nothalt, Stromausfall oder Beschädigung der Bremse, wie beispielsweise durch Bruch der Energiezuleitung oder Ausfall der Magnetspule. Stets bleibt die Brems- und Haltefunktion erhalten. Bei konventionellen Federdruckbremsen gilt es beim Luftspalt, d.h. beim Abstand zwischen Reibscheibe und Ankerplatte, immer die fertigungsbedingten Toleranzen zu berücksichtigen. Daraus ergeben sich für marktübliche Bremsen z.B. maximale Neuluftspalte, die etwa doppelt so groß sind wie die Toleranzen und meist im Bereich einiger Zehntel Millimeter liegen. Das hat in der Bremsenauslegung reduzierte Federkräfte mit daraus resultierendem geringerem Bremsmoment zur Folge. Hier liegt Verbesserungspotenzial, das Kendrion jetzt erschlossen hat.

Leistungssteigerung durch

reduzierte Luftspalttoleranz

Die Grundlage dafür liefert ein in der Produktion mit hoher Genauigkeit eingestellter und überwachter Neuluftspalt. Hierbei werden die für den Abstand zuständigen Hülsen in einem patentierten Verfahren auf Maß eingepresst. Toleranzen, die bei konventionellen Bremssystemen zu berücksichtigen sind, werden dadurch auf wenige Hundertstel Millimeter begrenzt. Die definierte und deutlich kleinere Luftspalttoleranz und der dadurch bedingte niedrigere magnetische Widerstand bringen Vorteile hinsichtlich einer Erhöhung des Haltedrehmoments, der Verringerung des Haltestroms oder einer längeren Lebensdauer. Da die neuen Bremsen zudem in einem Temperatureinsatzbereich von -15 bis +120°C arbeiten, bieten sie Motorenherstellern für unterschiedliche Aufgabenstellungen eine standardisierte Lösung, die dennoch individuelle Anforderungen abdecken kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Bei der All About Automation Leipzig am 12. und 13. September war ein abwechslungsreiches Ausstellerspektrum vertreten. Mehr als 1.000 Fachbesucher (2017: 864) informierten sich bei 110 Ausstellern (2017: 95).  ‣ weiterlesen

Die gute Auftragslage und der hohe Auftragsbestand sorgen dafür, dass die Maschinenbaufirmen auch 2019 mit Produktionszuwächsen rechnen können.  ‣ weiterlesen

Bei der Entwicklung neuer Motion-Anwendungen im Maschinenbau gilt es Zeit zu sparen, um möglichst schnell am Markt zu sein. Dabei nehmen moderne Software Tools einen immer größeren Stellenwert ein, denn sie ermöglichen einen reduzierten Engineering-Aufwand und die parallele Entwicklung von Hardware und Logik. ‣ weiterlesen

Mit den Seilzugebern SGH25 und SGH50 erweitert Siko seine SGH-Serie, deren Messlängen jetzt von null bis 5m reichen. Möglich macht das ein seilbasiertes Funktions- und Konstruktionskonzept, das Sensorik, Elektronik und Mechanik vollständig in den Zylinder integriert. Das kompakte Design eignet sich auch für größere Zylinderhübe, die in Hydraulikzylindern und Teleskopzylindern von Baumaschinen, Landmaschinen oder in Nutzfahrzeugen vorzufinden sind.
‣ weiterlesen

Mit einem Funknetzwerk können Maschinen- und Anlagenbauer auf einfache Weise komplexe Aufgabenstellungen der Sensor-Aktor-Kommunikation lösen. Die neueste sWave-Net-Generation lässt sich mit der Sensor Bridge als Kommunikations- und Konfigurationsschnittstelle direkt in die übergeordnete IT-Infrastruktur einbinden. ‣ weiterlesen

Der Trend zu branchenübergreifenden OPC UA Companion Specifications bringt einige Herausforderungen mit sich, z.B. die branchenweite Abstimmung von Inhalten eines Informationsmodells. Um dieser Situation mit einem vereinheitlichten Vorgehen zu begegnen, wird zusammen mit vielen Hinweisen für Organisatoren, Moderatoren und Teilnehmer durch den VDMA-Arbeitskreis ein Leitfaden als Einheitsblatt veröffentlicht. Um den Anspruch des Leitfadens nach Wiederverwendung zu unterstützen, wird als weiteres Hilfsmittel eine Darstellung der Zusammenhänge zwischen Companion Specifications untereinander und den zugrunde liegenden Standards vorgestellt. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige