Arbeitsschutz 4.0: Ampel-Sensor überwacht und reguliert Raumluft in Caritas-Werkstatt

Industrie 4.0 und die mit ihr verbundene Digitalisierung der Arbeitswelt gilt vielen, insbesondere kleinen und mittleren Betriebe noch als Schreckgespenst. Dabei kann sie den Arbeitsschutz in der Fertigung von Metall verarbeitenden Unternehmen erheblich verbessern. Wie sich Gefahren für Mitarbeiter weiter minimieren und Effizienzsteigerungen in der Produktion erzielen lassen, zeigt der Einsatz des Raumüberwachungssystems Airtracker im Metallbereich der Caritas Werkstätten nördliches Emsland. 75 Menschen mit und ohne Handicap stehen in der 2.000m² großen Metallwerkstatt in Papenburg an den Werkbänken. Sie produzieren rund 800 Artikel rund um den Schiffsbau, unter anderem eine große Auswahl an Halterungen für den Lüftungsbau. Vor vier Monaten hielt der Airtracker der Teka Absaug- und Entsorgungstechnologie dort Einzug.

Sensoren überwachen Raumluft

Der Sensor im Industrie 4.0-Standard überwacht seitdem kontinuierlich die Raumluftqualität und die Lärmbelastung insbesondere im Bereich der acht manuellen Schweißplätze und vier Schweißroboter, die mit Teka-Absauganlagen vom Typ Filtercube ausgestattet sind. „Miteinander kommunizierende Sensoren und Aktoren sind die Zukunft im Bereich Industrie 4.0. Teka stellt sich schon heute dieser Herausforderung“, unterstreicht Geschäftsführer Erwin Telöken die Vorreiterrolle des Absauganlagenherstellers bei der Entwicklung 4.0 kompatibler Sensoren im Bereich Prävention. Aufmerksam geworden auf den Airtracker war das Caritas-Unternehmen bereits im vergangenen Herbst auf der EuroBlech. „Wir arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und einige dieser Menschen sind nicht in der Lage, Gefahren realistisch einzuschätzen. Aufgrund dieser besonderen Fürsorgepflicht hat Arbeitsschutz für uns einen sehr hohen Stellenwert und wir sind immer auf der Suche nach Neuentwicklungen in diesem Bereich“, erklärt Gruppenleiter Dennis Hahn, und fährt fort: „Der Airtracker war für uns gleich interessant. Liefert er doch mit der Feinstaubbelastung und der Lautstärke Informationen über zwei für uns sehr wichtige Dinge. Darüber hinaus lassen sich die Messdaten über das Jahr hinweg dokumentieren, was beispielsweise für Zertifizierungen oder als Nachweis für Berufsgenossenschaften enorm wichtig ist.“

Die Mitarbeiter der Caritas-Werkstatt fertigen u.a. Halterungen für Rohrschellen. (Bild: Teka Absaug- und Entsorgungstechnologie GmbH)

 

Messung von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit

Doch der Airtracker kann noch mehr: Mit der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit erfasst er noch weitere Parameter, die in vielen Unternehmen zwei entscheidende Faktoren für die Produktqualität im Fertigungsprozess darstellen. Schon von weitem sichtbar leuchtet das LED-Display des 570mm breiten, 250mm tiefen und 220mm hohen Moduls, das an zentraler Stelle von der Hallendecke hängt, Grün auf. „Alles im Lot“, sagt Dennis Hahn und hebt den Daumen. Die Feinstaubbelastung in der Fertigung liegt unter den gesetzlichen Grenzwerten. Über die kostenfreie Airtracker-App können die Messwerte auch ortsunabhängig am Handy, PC oder Laptop eingesehen und dokumentiert werden. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Airtracker. Das Gerät funktioniert seit der Inbetriebnahme einwandfrei, die Bedienung ist leicht“, zieht er ein positives Fazit. Dabei überwacht das vom ILK (Institut für Luft- und Klimatechnik) geprüfte und zertifizierte Gerät nicht nur die Einhaltung voreingestellter Werte, sondern kann diese bei Bedarf regulieren. Dies ist in der Caritas-Werkstatt bislang noch nicht nötig gewesen: „Grenzüberschreitungen hat es bisher während des Fertigungsprozesses noch nicht gegeben. Das ist sehr beruhigend für uns. Lediglich wenn wir die Absauganlagen in den Pausen ausstellen, springt der Sensor auf Gelb oder wenn wir zum Feierabend den Besen in die Hand nehmen auch mal auf Rot.“

Regulierung über Hochleistungsrechner

Doch wie erfolgt eine Regulierung? Der Airtracker verfügt über einen Hochleistungsrechner mit 4GB Speicher und mehreren, individuell programmierbaren Schnittstellen sowie über das Wifi-System Teka-Connect, die die gesamte Raumsensorik miteinander verknüpfen und automatisieren. Sollten die Grenzwerte überschritten werden, können die Filteranlagen vollautomatisch angesteuert und ihre Leistung bedarfsgerecht angepasst werden. Um die Raumtemperatur zu regulieren, kann der Airtracker mit der Klimaanlage gekoppelt werden. Die Luftfeuchtigkeit kann ebenfalls über das Ansteuern einer entsprechenden Anlage auf den gewünschten Wert eingestellt werden. „Verbunden über Teka-Connect kann der Airtracker somit bedarfsgerecht Ventilatoren, Filteranlagen, Be- und Entlüftungssysteme, Klimaanlagen oder auch Alarmanlagen ansteuern. All diese Maßnahmen entlasten Mitarbeiter, verbessern den Gesundheitsschutz, bieten Energieeinsparungen und ein Plus an Sicherheit.“, gibt Erwin Telöken einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten des Präventionssystems.

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