- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: 7min
Effizienter mit Konstruktionsdaten umgehen
Durchgängige Daten bis zur virtuellen Inbetriebnahme
Automatisierung soll bei Handlungsfeldern wie Losgrößen, Produktivität und Qualität für höhere Effizienz sorgen. Eine durchgehende Simulation von der Konstrukton bis zur Inbetriebnahme ist dabei ein immer häufiger angestrebtes Ziel. Doch dafür braucht es einheitliche Datenmodelle und offene Standards in der Software.
Fertigungsprozesse wie Rollfalzen, Kleben oder Lackieren können von 
einer virtuellen Programmier- und Simulationsumgebung profitieren.
Fertigungsprozesse wie Rollfalzen, Kleben oder Lackieren können von einer virtuellen Programmier- und Simulationsumgebung profitieren. Bild: Cenit AG

Wer exemplarisch den Engineering-Prozess im Fertigungsumfeld betrachtet, stößt schnell auf strukturelle Schnittstellenprobleme Bereits während der Planungsphase lassen Unternehmen die Anlage in einer Software visualisieren. Die begleitende Prozessplanung geschieht in einer Spezialdatenbank, oder auch in Excel. Für die Dokumentation ist vielfach PowerPoint das Mittel der Wahl. Beim nächsten Schritt, der Detailierung, Validierung und Programmierung, bilden Konstrukteure die Anlage in einer Product Lifecycle Management-Lösung (PLM) ab. Parallel erfolgen die Entwicklung der Steuerungssoftware mit SPS-, Roboter-&-Maschinen-Entwicklungstools im Herstellersystem, die auch bei der anschließenden Inbetriebnahme verwendet werden. Diese Software-Lösungen sind meist exzellent für ihre Aufgaben geeignet, doch häufig mangelt es an der Datendurchgängigkeit. Je nach Schnittstelle wird praktisch von vorne angefangen, die Simulation aufzubauen und mit den Daten und Informationen zur Automatisierungslösung anzureichern.

Virtuelle Fertigungstools im Einsatz bei Systemintegratoren von 3D-Layout- und Simulationstools bis hin zu virtueller 
Inbetriebnahme
Virtuelle Fertigungstools im Einsatz bei Systemintegratoren von 3D-Layout- und Simulationstools bis hin zu virtueller InbetriebnahmeBild: Cenit AG

Datenmodelle unterschiedlich

Eine Ursache für Probleme in der Software der Maschine oder Anlage liegt darin, dass die zuständigen Ingenieure nicht auf die Daten der mechanischen Konstruktion zurückgreifen können. Sie arbeiten entweder mit einem früheren Stand der Konstruktion oder können erst beginnen, wenn die Anlagenauslegung bereits einen hohen Reifegrad erreicht hat. Für die virtuelle Inbetriebnahme stehen zwar Software-Tools zur Verfügung. Aber um diese Tools zu verwenden, braucht man ein vollständiges Anlagenmodell mit Geometrie, Kinematiken etc. Das kann nicht aus der Konstruktion übernommen werden, weil es keine gemeinsamen Datenmodelle gibt. Konstruktionsdaten sind in der Regel mechanische Modelle. Das in der Inbetriebnahme benötigte mechatronische Modell mit einer Beschreibung des Simulationsverhaltens muss also oftmals für diesen Zweck neu erstellt werden. Die Hürden für eine virtuelle Inbetriebnahme der Anlage sind entsprechend hoch, weshalb man sich heute nur selten für diesen Weg entscheidet.

Neue Möglichkeiten verfügbar

Um den Ansatz der virtuellen Inbetriebnahme im Unternehmen zu etablieren, sollte die Software der Wahl zunächst einmal mit den eingesetzten CAD-Systemen kompatibel sein und mit dem benötigten Spektrum an Robotern und Maschinen seiner Lieferanten zurechtkommen. Gleichzeitig wird ein Programm benötigt, dass alle jeweils relevanten Technologien, Anwendungen und Anlagenkonzepte unterstützt, und das neue Technologien entsprechend integrieren kann. Und nicht zuletzt muss sich die Software in bereits bestehende Systemlandschaften und Datenstrukturen sowie in etablierte Kundenprozesse integrieren lassen.

Virtuelle Fertigungstools

Ein Blick in den Arbeitsalltag eines Systemintegrators zeigt der Nutzen einer so digitalisierten Prozesskette: In frühen Projektphasen, manchmal sogar noch während der Presales-Phase, wird von Systemintegratoren erwartet, die Wirtschaftlichkeit und Funktionalität ihres Angebots mit Fallstudien, Erreichbarkeitsprüfungen und Machbarkeitsstudien zu belegen. Diese Aufgaben müssen sehr schnell und möglichst ressourcenschonend erledigt werden. Mit einem digitalen Katalog mechatronischer Ressourcen ist die Definition und Validierung von 3D-Layouts schnell gemacht. Es gibt bereits einige dieser 3D-Layout- und Simulationstools auf dem Markt. Die Frage ist nur: Entspricht die Prozesssimulation innerhalb der Lösung auch dem Verhalten der realen Fertigungszelle?

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

http://www.cenit.de

News

Topstories

Das könnte Sie auch interessieren

Metav im März 2021

Die Metav musste aufgrund der Corona-Pandemie vom März 2020 auf den März 2021 verschoben werden. Sie findet nunmehr vom 23. bis 26. März in den Hallen 5, 6 und 7a statt. „Nach der erfolgreichen Durchführung des Caravan Salons in Düsseldorf mit einem gut durchdachten und funktionierenden Hygienekonzept sind wir sehr zuversichtlich, auch die Metav 2020 reloaded an den Start bringen zu können“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Veranstalter VDW.

mehr lesen

Ein echtes Novum

Multiturn-Feedback bei Kleinstantrieben: Was bis dato unmöglich war, lässt sich jetzt mit den neuen 22mm-Kit Encodern von Posital stemmen. Clou der magnetischen Mini-Kits ist, dass sie bei der Versorgung der Zählelektronik im stromlosen Zustand auf Energie per Wiegand Sensorik setzen, ohne Batterien oder Getriebe.

mehr lesen

Wertschöpfung + Integration = USP

Die Firma Schubert ist nicht nur bekannt als Taktgeber im Verpackungsmaschinenbau, sondern auch für ihre außergewöhnliche Wertschöpfungstiefe. Die verbauten Steuerungen entwickelt und fertigt das Unternehmen selbst, genauso wie Roboterkinematiken, moderne Bildverarbeitungslösungen oder die dazugehörige Software. Für die nahe Zukunft hat Schubert nicht nur einen Cobot für Highspeed-Verpackungsanwendungen angekündigt, sondern auch eine hauseigene Digital-Twin-Lösung für die intuitive Konfiguration der Maschinen.

mehr lesen

Visualys kooperiert mit Xeo4

Das Softwareunternehmen Visualys, Tochter von Wachendorff, geht eine Partnerschaft mit dem italienischen IIoT-Plattform-Anbieter Xeo4 ein.

Logimat 2021 vorsorglich verschoben

Aufgrund der Unsicherheiten durch Corona verschiebt der Veranstalter Euroexpo die Logimat 2021 vorbeugend vom März in den Frühsommer.

Modulare Werkzeugsysteme

Paul Horn erweitert das Kassettensystem 220 für fast alle Schneidplattentypen im Werkzeugportfolio.

FMB-Süd setzt 2021 aus

Durch die vielen verschobenen Industriemessen und der daraus resultierenden Termindichte im Frühjahr 2021 hat Easyfairs entschieden, mit der nächsten FMB-Süd – die für den Februar 2021 geplant war – auszusetzen.

FMB-Hygienekonzept steht fest

Das Konzept steht: Die Veranstalter der FMB-Zuliefermesse Maschinenbau haben die Grundlage für eine hygienegerechte Durchführung der Messe geschaffen.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -