Großes Interesse an B&Rs Messehighlight

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Intelligentes Linear-Transportsystem mit Vollausstattung

Auf der SPS IPC Drives hat B&R ein neues Linear-Transportsystem vorgestellt. Es hört auf den Namen AcoposTrak und bildet nach Ansicht des Unternehmens die Grundlage für wegweisende neue Maschinenkonzepte, um die Ziele Losgröße 1 und die individualisierte Massenproduktion umzusetzen. Das Besondere an dem Systeme ist u.a eine rein elektromagnetische Weiche, die bei voller Geschwindigkeit arbeitet und dadurch die Produktivgeschwindigkeit der Maschine nicht beeinträchtigt.

 (Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

(Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

Konsumenten sind bereit, für personalisierte Produkte höhere Preise zu zahlen und fragen solche Produkte verstärkt nach. Individualisierte Massenfertigung bietet daher ein attraktives wirtschaftliches Potenzial. Die rentable Umsetzung dieser Art von Produktion ist in den meisten Industriesegmenten jedoch eine große Herausforderung. Die notwendige Flexibilisierung der Anlagen geht zumeist mit einer sinkenden Gesamtanlageneffizienz – auch Overall Equipment Effectiveness (OEE) genannt – einher. Ziel einer individualisierten Massenproduktion muss demnach sein, dass die drei OEE-Komponenten Verfügbarkeit, Performance und Qualität im Vergleich zur reinen Serienproduktion nicht sinken. Es sollte zudem ein attraktiver Return on Investment (ROI) und eine möglichst niedrige Time-to-Market für neue Produkte oder Produktänderungen gewährleistet sein. Nur so lässt sich die Individualisierung von Massenprodukten im großen Stil wirtschaftlich umsetzen. Produzierende Unternehmen suchen nach Lösungen, um neue Produkte immer schneller auf den Markt zu bringen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Herausforderung dabei ist: Eine möglichst hohe Gesamtanlageneffektivität (engl. Overall Equipment Effectiveness, OEE) und Produktivität selbst bei einer individualisierten Massenproduktion gemäß den Anforderungen von Losgröße 1 zu erreichen. „Die viel diskutierte Digitalisierung auf der Basis von Kommunikationstechnik und Software reicht dazu nicht aus“, sagt Robert Kickinger, Manager Mechatronic Technologies bei B&R. Auch der Transport der Produkte in Maschinen und Anlagen muss auf die neuen Anforderungen abgestimmt werden: „Mit der Entwicklung des intelligenten Transportsystems AcoposTrak haben wir die Grundlage für wegweisende neue Maschinenkonzepte geschaffen“, sagt Kickinger.

 (Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

(Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

Weiche macht den Unterschied

Welche Eigenschaften machen das intelligente Transportsystem für die Automatisierung von Prozessen nun so einzigartig? „Da ist zum einen die Weiche. Sie funktioniert rein elektromagnetisch und damit völlig verschleißfrei“, sagt Kickinger. Wie bei einer Weggabelung lassen sich mit der Weiche des AcoposTrak nicht Autos, sondern Produktströme zusammenführen oder trennen. „Da die Weiche bei voller Geschwindigkeit der Shuttles auslöst, beeinträchtigt sie die Produktionsgeschwindigkeit nicht“, hebt Kickinger hervor. Die Weiche ermöglicht, Massenprodukte wie einen Sechserpack mit Getränken, individuell mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen in Echtzeit zusammenzustellen – drei hiervon, zwei davon und eins davon – und zwar ohne Umbaumaßnahmen an der Hardware. Auch lassen sich mit der Weiche nach einer Qualitätskontrolle fehlerhafte Produkte an Ort und Stelle aussortieren. Das wirkt sich im Gegensatz zu herkömmlichen Maschinen oder Anlagen, bei denen mangelhafte Produkte meist bis zum Ende durch die Produktion geschleust und erst dann entnommen werden, positiv auf die Gesamtproduktivität aus.

 (Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

(Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH)

Parallele Bearbeitung

Die Möglichkeit, mit dem Transportsystem parallel produzieren zu können, steigert die Produktivität ebenfalls. Mithilfe von Weichen lässt sich ein Produktstrom auf mehrere Bearbeitungsstationen verteilen und anschließend wieder zusammenführen. Einzelne Bearbeitungsschritte, die länger dauern, verlangsamen nicht mehr die Geschwindigkeit des Gesamtprozesses. „Damit braucht der Endkunde für einen höheren Output keine proportional größere Maschinenstellfläche mehr“, sagt Kickinger. AcoposTrak führe also zu einer höheren Produktivität pro Fläche. „Das trägt letztendlich zu einem höheren Return on Investment bei.“ Maschinen oder Anlagen, die auf dem intelligenten Transportsystem basieren, können bei Bedarf modular und flexibel um einzelne Track-Elemente und Bearbeitungsstationen erweitert werden, um die Produktivität zu steigern. „Damit wird die skalierbare Maschine Realität“, so Kickinger. Ebenso lassen sich mit AcoposTrak Maschinen und Anlagen bauen, die hochflexibel auf Fehler reagieren. Tritt zum Beispiel bei einem Ventil einer Abfüllanlage ein Fehler auf, wird dieses Ventil einfach nicht mehr angefahren. Es entsteht kein Ausschuss durch das defekte Ventil – der Qualitätsfaktor der OEE-Kennzahl steigt.

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